Jahreshauptversammlung 2017
von unserem Mitglied R. Wollenschneider

Ehrenamtliches Engagement zeigt Früchte
Weltweites Interesse an Rastatter Geschehen

 Die Resonanz durch die zahlreich Erschienenen gab dem Vorsitzenden des Historischen Vereins Rastatt, Dieter Wolf, bei der Jahreshauptversammlung recht, wieder besonderes ehrenamtliches Engagement zur lokalen Geschichte mit Außenwirkung gezeigt zu haben. „Der Verein lebt!“, stellte Wolf fest und verwies auf die durchgeführten Veranstaltungen für historisch Interessierte, wie die kostenlos angebotenen Führungen zum veranstalteten Festungsfest.
Sehr zufrieden sei nach Wolf die Vorstandschaft mit dem Mitgliederzuwachs und den inzwischen 155 Mitgliedern. Da war natürlich die Erfolgsmeldung bei der Jahresversammlung, dass nach Jahre langem Kampf des Historischen Vereins, die Sanierungsarbeiten beim Cavalier I am Panoramaweg begonnen haben. Intensive Gespräche mit der Stadt und der Firma Weisen-burger waren im Vorfeld dazu erfolgt. „Wir haben uns bereit erklärt, nach den bisher erfolgten Reinigungsarbeiten im Innern des Cavalier I, dessen Geschichte bei Führungen Besuchern nahe zu bringen“, betonte der Vorsitzende des Historischen Vereins. Dieses sei wieder ein Beleg dafür, wie man sich in die Präsentation der Stadtgeschichte einbringe und dabei nicht müde werde.
Interessant auch der Medienbericht von Vorstandsmitglied Reiner Schulz. Danach sei die Hompage des Historischen Vereins weltweit sehr gefragt. Im Tausenderbereich pro Woche sind die Internetzugriffe von Usern in den USA, Kanada, der Schweiz und Frankreich, abgesehen von den Interessenten in Deutschland an der Vereinshompage und der anderen zur Bundesfestung Rastatt.
Bei einer äußerst positiven Entwicklung der Vereinsfinanzen folgte die einstimmige Entlastung der Vorstandschaft durch die Anwesenden. Zu neuen PB290017_webKassenprüfen wurden Thomas Milkowsky und Kurt Pottiez gewählt. Das Ziel der Jahresexkursion wird am
25. Juni Mainz mit seinen Festungsresten sein. Nähere Hinweise folgen noch.

Die Versammlung rundete die interessante Lichtbildschau von Günther Kemmlein zum Werden des Dorfes „Rasteten“ zur Stadt in der Gegenwart ab.
20.,2.2017



    Rodung Cavalier 1
 
 
 
 
3. Fackelführung des Historischen Vereins am 5. November 2017

Gut besucht war auch die diesjährige Lichterführung mit Fackeln, die der  Historische Verein Rastatt am Südring veranstaltete. Zunächst zog die  Gruppe, darunter viele Familien mit Kindern, vom Kavalier 1 in der  Militärstrasse zu den  unterirdischen Kasematten. Dort erzählte Dieter Wolf  die Geschichte der ehemaligen Bundesfestung Rastatt, die zwar als  Bollwerk gegen Frankreich gebaut war, doch nur in der Revolution von  1849 eine Rolle gespielt hat. Nach Besichtigung der Contreescarpegalerie -so die offizielle Bezeichnung - und Minengänge wurden die Besucher  mit Fackeln ausgestattet und zogen durch den aufgefällten Festungsgraben zu den Resten der Flankenbatterie. An dieser Stelle wurden im Herbst  1849 die letzten Hinrichtungen der standrechtlich verurteilten  Revolutionäre vollzogen. Man hatte die Exekutionen vom Hasenwäldchen (an der Stelle des Konvikts) dorthin verlegt, um Schaulustige fernzuhalten  In der 2_Flankenbatterie_web1Flankenbatterie, die damals Bermengebäude hieß, verbrachten die Verurteilten ihre letzte Nacht, schrieben Abschiedsbriefe und durften mit einem Pfarrer  sprechen. Die letzten Erschießungen fanden am 20. Oktober 1849 statt,  die Opfer waren Jean Jansen aus Köln, August Bernigau aus Mühlhausen in  Thüringen (ihnen waren die vorangegangenen Fackelführungen gewidmet) und Friedrich Wilhelm Schrader aus Mansfeld (der Heimat Martin Luthers).  Schrader war aus der preußischen Armee desertiert und hatte sich der  revolutionären Pfälzer Volkswehr angeschlossen. Weil von ihm kein  Abschiedsbrief Überliefert ist, las Vereinsmitglied Maximilian Wafzinek  den Brief von Konrad Lenzinger vor, der im benachbarten Kavalier 1 eingesperrt war. Der erst 24-jährige  Lenzinger mußte für den Beschuß der Niederbühler Kirche mit dem Leben  bezahlen, obwohl er  gar nicht kommandiert hatte €“ ein Fall von  Justizmord, da keine Zeugen oder Fürsprecher gehört wurden.
Der  Historische Verein will mit Führungen zu diesen Originalschauplätzen der Revolution an die Menschen erinnern, die für ihre Ideale eingetreten  sind. Statt sich als Gespenster und Geister zu verkleiden und  amerikanische Sitten zu kopieren, könne man sich hier vor Ort an den  Geist der damaligen Bewegung erinnern; was dann in Rastatt passierte,  war gruselig genug, meinte Vorstandsmitglied Irmgard Stamm. Man habe  damals für die Grund- und Menschenrechte geämpft, in Baden fanden im  Sommer 1849 die ersten allgemeinen Wahlen statt. Roland Walter stimmte  das Badische Wiegenlied an und brachte anschließend das Bürgerlied zu  Gehör, dessen Inhalt noch heute aktuell ist. Dass auch Frauen damals  politisch aktiv waren, setzte Petra Tremmel im Biedermeierkleid ins  Bild.

7.11.2017
I.Stamm
Das Festungsfest 2017 bei den Kasematten am Südring war wieder ein toller Erfolg
wir haben uns riesig gefreut über die vielen interessierten Besucher. Der Einsatz
der Münchfeldsiedler mit ihren Angebot an Speise und Trank trug zum Gelingen des Festes wesentlich bei. Ihnen sei hiermit ausdrücklich gedankt. Das Wetter spielte mit, die Gäste waren gut drauf was will das Herz mehr??

 

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