Engagement um Festungsbastion 27 gewürdigt

Kooperation mit Historischem Verein wird fortgesetzt

„Vonovia“ spendet 2000 Euro für Stadthistorie

Rastatt(wo). Das Festungswerk Bastion 27 an der Ecke Am Ludwigsring/Bahnhofstraße atmet Geschichte und wird im Jahr von vielen hundert historisch Interessierter besucht. Durch Führungen der Stadt Rastatt und des Historischen Vereins macht man Festungs- und Revolutionsgeschichte gerade von 1849 lebendig.

Seit 2014 ist eines von derzeit 674 betreuten Wohneinheiten der „Vonovia“ in Rastatt, das ehemalige Areal um die ehemalige Wirtschaft „Zum Türkenlouis“ dabei. Der Historische Verein hat seit 2004 ein Nutzungsrecht der Festungskasematten unter dem Gebäude. Der Vereinsvorsitzende Dieter Wolf und weitere Vorstandsmitglieder erfuhren überraschend erst im Juli von den gewechselten Eigentumsverhältnissen und der „Vonovia“.

„Wir haben uns informiert und sind begeistert vom Engagement des Historischen Vereins“, betonte Lilia Stehling von der Vonovia-Regionalleitung. Man habe sich entschlossen die Aktivitäten zu unterstützen und 2000 Euro zu spenden. Dieter Wolf zeigte sich erfreut und äußerte, dass man das Geld unter anderem in die Restaurierung eines historischen Geschützes als Anschauung für die Besucher postieren wolle. Einig war man sich auch, dass im Sinne der Stadtgeschichte, in Kontinuität mit dem Voreigentümer, die Kooperation zwischen Wohnungsgesellschaft und dem Historischen Verein fortgesetzt werden wird

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Bild: Das Engagement des Historischen Vereins für die Regionalgeschichte wurde von der Wohnungsgesellschaft „Vonovia“ im Festungswerk Bastion 27 mit einem Scheck über 2000 Euro gewürdigt.

Im Vordergrund mit Scheck, von links Dieter Wolf und Irmgard Stamm vom Historischen Verein und Lilia Stehling (Vonovia).

Foto: Wollenschneider

 

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Hesse-Museum
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Jahresausflug des Historischen Vereins nach Hirsau und Calw am 30.Juni 2019

Unterwegs im Schwarzwald war der Historische Verein Rastatt am Sonntag bei seinem Jahresausflug. Das war sehr klug, denn dort waren die Temperaturen etwas erträglicher als in der Rheinebene. Zunächst wurde das Kloster Hirsau besucht, das für die Stadtgeschichte von Rastatt eine Rolle spielt: im Hirsauer Codex, einer um das Jahr 1500 entstandenen Sammlung von Quellen ist das Dorf Rasteden für die Zeit von ca. 1084 erstmals erwähnt. Das Kloster St.Peter und Paul in Hirsau war im 11. Jahrhundert das baulich größte Kloster im deutschsprachigen Raum. Die Kirche im romanischen Stil hatte eine Länge von 70 Metern und bot Raum für mehrere Tausend Menschen, das Kloster selbst war zeitweise von 300 Mönchen bewohnt. Zerstört wurde die Anlage 1692 im pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen bis auf den markanten Eulenturm. Alljährlich findet in den pittoresken Ruinen des Kreuzgangs ein Musikfestival statt.
Nach dem Mittagessen im Brauhaus Schönbuch, einer ehemaligen Turnhalle am Ufer der Nagold, besuchten die Geschichtsinteressierten die Altstadt von Calw mit imposanten Fachwerkhäusern und prächtigen Bürgervillen, die vom einstigen Reichtum der Tuchmacher und Flößer zeugen. Berühmt waren europaweit die Calwer Tuche, die  bis in die 1990er Jahre produziert wurden; das Fabrikgebäude steht noch am Ufer der Nagold. Noch im Betrieb ist die Turmuhrenfabrik der Firma Perrot. Aus ihrer Werkstatt stammt die größte Turmuhr der Welt: sie befindet sich in Mekka/Saudi-Arabien, hat ein Gewicht von 60 Tonnen und besitzt ein beleuchtbares Ziffernblatt von 43 Metern Durchmesser.
In der Fabrik der Waldenserfamilie Perrot hatte einst auch der Schulabbrecher Hermann Hesse eine Lehre begonnen, die er wiederum nach einem Jahr verließ. Auf den Spuren dieses großen Sohnes der Stadt Calw wandelte die Gruppe schlußendlich beim Besuch des Hermann-Hesse-Museums, das im großbürgerlichen Haus Schüz untergebracht ist. Das Geburtshaus des Dichters, in dem er 1877 das Licht der Welt erblickte, befindet sich am Marktplatz unweit des Rathauses. Hermann Hesse verbrachte seine Kindheit und Jugend in Calw, erinnerte sich auch gerne an seine freundliche Heimat, nicht aber an seine Bestimmung zu einer theologischen Berufslaufbahn, weshalb er aus der Maulbronner Klosterschule weglief. Hesses Neigung galt der Literatur, er wollte "Dichter werden oder gar nichts". Mit dem Roman "Peter Camenzind" konnte Hesse erstmals seinen Lebensunterhalt verdienen. Nach Stationen in Basel, Gaienhofen, Bern und schließlich Montagnola im Tessin erwarb sich Hermann Hesse literarischen Ruhm, er gilt als der erfolgreichste und meistgelesene deutsche Dichter des 20. Jahrhunderts. 1946 erhielt er den Literaturnobelpreis und später den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Im Tessin, wo Hesse 43 Jahre lang bis zu seinem Tod 1962 lebte, entstanden seine wichtigsten Werke "Siddharta" und "Der Steppenwolf", im "Glasperlenspiel" ist das vielzitierte Gedicht "Stufen" verarbeitet. Seine Widerständigkeit und rastlose Suche nach geistiger Freiheit machte Hesse auch zum Idol der Jugend. Das ihm gewidmete Museum in Calw zeigt in chronologischer Raumfolge zahlreiche Originale aus dem Privatbesitz des Dichters sowie Briefe und Bilder von seiner Hand.
Zurück nach Rastatt ging es über den Dobel und die Gemeinde Loffenau, die bis zur kommunalen Gebietsreform zum Kreis Calw und seit 1973 zum Landkreis Rastatt gehört. Auf dem Weg nach Gernsbach wurde auch daran erinnert, dass in den Revolutionskämpfen von 1849 die Bundestruppen über dieses neutrale württembergische Gebiet in das Murgtal einrückten und die Freischaren aus Gernsbach vertrieben, womit das Ende der badisch-pfälzischen Revolution von 1848/49 besiegelt war.

Dr. Irmgard Stamm, 30.6.2019

 

 

 

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JHV-2019_BNNQuelle:BNN
Text u.Archivbild: Wollenschneider

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Der Vorstand des Historischen Verein Rastatt

Ehrung für 25jährige Mitgliedschaft


 
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