AUGUST HATZ-Peis 2004
Archiv 2

      350. Jahre Markgraf Ludwig Wilhelm

       Maria Einsiedelner- und Bethlehemskapelle in Rastatt als Rarität

Nur eine Sonderführung anlässlich des 350. Geburtstages des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden wurde der Maria Einsiedelner-Kapelle in Rastatt gewidmet. Dabei lernten die zahlreich Interessierten ein selten geöffnetes Bauwerk kennen, „das es in sich hat.“ Sicherheitsgründe und Vandalismus haben vor Jahren dazu gezwungen, das sakrale Kleinod unweit der Badner Halle mit einer Alarmanlage zu versehen und unter Verschluss zu halten.

Schlossführerin Barbara Beuttler-Falk machte deutlich, wie sehr die Religiosität der Markgräfin Sibylla August nach dem Tod des Türkenlouis im Jahr 1707 auch ihre Bautätigkeit in der Stadt an der Murg geprägt hat. Es ging darum, möglichst viele heilige Stätten von Weltrang nach vollziehen zu lassen. So gehörte zur leider momentan nicht zugänglichen Schlosskirche (1720) eine „Scala Sancta“, („Heilige Stiege). Das, was der Papst in Roms Lateranpalast, inklusive der Säule zur Geißelung von Christi, zeigen konnte, hatte Rastatts Markgräfin auch. Ein Nachlass der Sündenstrafen bei entsprechenden Übungen war dabei inklusive.

      Nicht mehr existent ist die Loretto-Ka-pelle, der Behausung der heiligen Familie nachempfunden (heute, Bereich Patientengarten). Doch dafür gibt es die Einsiedelner Kapelle. Barbara Beuttler-Falk belegte, dass es sich hier um eine Doppelkirche handelt. Zunächst ist es ein 1715 entstandenes Gebäude, mit Vorbildern im Schweizerischen Einsiedeln und Rastatts Partnerstadt Ostrov in Tschechien, dem historischen, böhmischen Schlackenwerth.
Über 100 Votivgaben drücken heute im Innern den Dank an die Gottesmutter an den Wänden, ob bei überstandenen Krankheiten oder erfüllten Wünschen, aus. Und während die Rastatter schwarze Madonna im weißen Gewand mit dem Jesuskind die Besucher in den Bann zieht, ist es das andere unter der Einsiedelner Kapelle, was Erstaunen hervorruft. Markiert von einem gemeißelten Stern von Bethlehem geht es über treppen in die Tiefe. Man taucht ein in die nachempfundene Geburtskapelle im Heiligen Land.
       Obwohl die Markgräfin nie in Palästina war, nutzte sie Pläne der Prager Bethlehemsgrotte am Karlshof, um diese auch in Rastatt realisieren zu lassen. Heute ist dieser selten zugängliche Ort nicht sehr einladend. Bis auf ein buntes Altar-Scag-liola-Antependium ist wenig in erfreulichem Zustand. Dabei findet sich ein Stuckrelief, das als einmalig bezeichnet werden kann. Meisterlich, leider vom Zahn der Zeit ordentlich benagt, gibt Maria ihrem Kind die Brust. Vorausdeutend für das zukünftige Schicksal, hält ein Engel das Kreuz als Symbol des Todes.
       Sehenswert in der von Barbara Beuttler-Falk zugänglich gemachten Bethlehemskapelle auch die Grablege der Piaristenmönche. Nachdem die Gräber 1796 geplündert worden sind, 1955 erst wieder präsentiert wurden, könnten sie nach einer erneuten Restaurierung wieder zu dem vorzeigenswerten „Schmuckstück“ werden, wie sie 1999 von dem Experten Clemens Jöckle beschrieben wurden.

Text und Foto: R.Wollenschneider

      Feierliche Übergabe „Naherholungsgebiet am Südring

                      Kooperation zwischen Stadt, Weisenburger und
                                        
Historischem Verein zeigt Früchte

Leider trübten Regenschauer etwas die Feierstimmung, als es zur feierlichen Übergabe des Naherholungsgebiets „Grünzug am Südring“ durch die Firma Weisenburger an die Stadt Rastatt kam. Jung und Alt waren zum Gelände am Panoramaweg gekommen, um sich davon zu überzeugen, was noch bis vor kurzem Unglaubliches geleistet worden war.

Aus einem „wuGrünanlage Suedring_webchernden Urwald“ am Rande des Stadtteils Dörfl, der Ludwigvorstadt, wurde ehemaliges Festungsgelände zu einem schmucken Park. Damit gingen gerade Wünsche des Historischen Vereins in Erfüllung, der sich seit fast 25 Jahren im Sinne der Allgemeinheit um Relikte aus Rastatts Festungsvergangenheit kümmert.
Schon um 1900 hatte der „Verschönerungs- verein“ Ähnliches geschaffen

In seiner Ansprache blickte Rainer Weisenburger von der „Firma Weisenburger Bau“ noch einmal zurück, wie es zu dem attraktiven Gelände kam. Seit dem April 2000 entwickelte sich der „Wohnpark Leopoldfeste“. Aus einer Industriebrache wurde ein Wohngebiet, gerade für junge Familien. Bis 2006 werden über 200 Häuser errichtet sein. Weisenburger wünschte sich einen Stadtbahnanschluss, was eine enorme Erleichterung für die Bewohner darstellen würde.
OB Klaus-Eckhard Walker bestätigte das gelungene Wohnprojekt in der Nachbarschaft der Festungsanlagen.
Auch die unterirdischen Festungsanlagen seien nun gelunKasemattenweg_webgen, optisch durch Markierungen, oberirdisch nachvollziehbar. Gemeinsam sei man mit der Firma Weisenburger bei einer attraktiven Wohnbebauung sorgfältig mit der Darstellung von Rastatts Festungsvergangenheit umgegangen. Was das Cavalier I, ein großes Festungswerk mit ebenso großen Problemen betrifft, erwähnte Walker, dass man demnächst gemeinsam eine Lösung suchen wolle.
Interessante Anmerkungen zum Denkmalschutz und moderner Bausubstanz machte Uwe Birk, der Geschäftsführer der Firma Bauwert, die momentan das Gebäude Leopoldplatz 13 bis 17 als Bestandteil der Leopoldfeste saniert und modernisiert.
Es folgte dann Moment  Durchschnitt-webdas symbolische Durchschneiden eines grünen Bandes durch Rainer Weisenburger, OB Walker, Uwe Birk und Dieter Wolf vom Historischen Verein. Anschließend gab es beim Pflanzen einer Linde eine angenehme Überraschung. Kinder vom Baugebiet „Leopoldfeste“ nahmen den offiziellen Baumpflanzern die Arbeit ab. Ruckzuck hatten die jungen Akteure die Arbeit erledigt.

Sehr gut besucht waren dann die ersten Führungen auf der neuen Festungsroute durch Mitglieder des Historischen Vereins. Erschienen ist zum neuen Gelände eine umfangreiche Schrift zu Vergangenheit und Gegenwart des „Grünzugs am Südring.“ Die Schrift ist kostenlos erhältlich bei Roswitha Schmiedel, Tel. 07222/ 959255.

Text Rainer Wollenschneider
Bilder Rainer Wollenschneider u. R.Schul
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Die Kids beim schaufeln

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Das alte Industriegleis

       ERDE GIBT NEUES GEHEIMNIS PREIS
Bewässerungskanal 2_Web

                      Flutkanal für die Festung Rastatt entdeckt
Noch ist das aufgetauchte unterirdische Festungswerk, Lünette 34, an der OdenwaldstrDer Bewässerkanal das gemauerte Deckengewölbeaße mit zirka 300 Metern begehbaren Gängen in aller Munde. Schon gibt die Rastatter Erde ein neues
 Geheimnis aus den Jahren um 1850 frei. Es handelt sich dabei um einen
gemauerten Flutungskanal für die nassen Gräben, wie er bisher nur aus Beschreibungen und Plänen bekannt war.

Beim Verlegen von Rohren für ein Regenrückhaltebecken stieß eine Rastatter Baufirma bei den Erdarbeiten auf ein unerwartetes Hindernis im Erdreich des Stadtparks. Nach dem Bearbeiten mit der Baggerschaufel öffnete sich ein plötzlich ein Loch. Beim Augenschein offenbarte sich ein gemauerter Gang, etwa in der Dimension von 1,20 x 1,40 Meter. Daraufhin wurden die Bauarbeiten sofort eingestellt, denn man vermutete richtigerweise Reste der Festung Rastatt, die sich nicht zuordnen ließen.
Zusammen mit Vertretern der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Rastatt konnte von Mitgliedern des Historischen Vereins ausgemacht werden, dass es sich um einen Flutkanal für den nassen Graben der Festung Richtung Iffezheim handelte, erhalten als Stadtparksee. Interessant dabei die Bauweise mit seitlichen Buntsandsteinquadern und roten Backsteinen für die Deckenwölbung. Etwas Besonderes zudem die Flusskiesel am Boden des Kanals, die noch komplett wie ein steinerner Teppich vorhanden sind.
Abgezweigt wurde der mindestens im Bereich des Stadtparks erhaltene unterirdische Kanal einst am Oosbach im Stadtteil Dörfel, der Ludwigsvorstadt. Dabei musste, wie schon bei den römischen Wasserleitungen, von den Baumeistern vor über 150 Jahren ein konstantes Gefälle berücksichtigt werden, damit der Wasserfluss gewährleistet war.

      Bis auf die Friedrichsfeste und der Leopoldfeste in Richtung Niederbühl, wo wegen der Höhe des GelPeter Hauns und Karl-Josef Fritz untersuchen in der Baugrube den Bewässerungskanaländes nur breite, trockene Festungsgräben vorhanden waren, gab es sonst in der Festungsstadt Rastatt bis 1890 nasse Gräben. Zur Vermeidung von Krankheiten durch Stechmücken wurden diese nur bei Bedarf geflutet, was bis zu einer Woche dauern konnte. Neben der Murg mit den beiden Schließbrücken wurden auch sämtliche kleinen Bäche bei Bedarf gestaut. So auch der erwähnteOosbach, der inzwischen an Rastatt vorbeifließt.
Nachdem man nun auch die originale Ausflussöffnung des Flutkanals mit einer eingebauten Schwelle gefunden hat, wurden zusammen mit der Denkmalpflege Überlegungen zur Konservierung des seltenen Relikts angestellt. Sollte die Meisterleistung der Maurer um 1848 doch an den entsprechenden Stellen abgebrochen werden müssen, hat man diese immerhin bildlich dokumentiert und längst vergessene Erkenntnisse zum Festungsbau gewonnen.

Text und Bilder: R. Wollenschneider

Plan RastattZur Lünette 34

SELTENES RELIKT VOR ZERSTÖRUNG GERETTET
Meister Gwinner (rechts) und Dieter Wolf begutachten den Fortschritt

 Mitglieder des Historischen Vereins wollten schon zurückstecken, als ein Experte das im Frühjahr 2004 wiederentdeckte Ausfalltor der Festung Rastatt begutachtete  das seltene, gewichtige Metalltor, das mehr als 150 Jahre überdauert hatte, sei nicht mehr zu retten. Der Rost habe so daran genagt, dass die beiden Flügeltüren am Rande des Wohngebiets Leopoldfeste nur Schrottwert hätten.

Doch die Vorstandschaft des Historischen Vereins, auch angespornt durch eine bezogene Spende der Volksbank Baden-Baden/ Rastatt, gab nicht auf. In Peter Gwinner, einem Spezialisten für den Metallbau, fand man den Mann, der einen Weg zum „Überleben“ des seltenen Stücks fand. Zwar hätte sich das Landesdenkmalamt eine andere Lösung vorstellen können. Man trennte das durchgerostete untere Metallteil ab uDas Schloss mit Schlüsselnd ergänzte es durch ein Neues im Original.

 Meister Peter Gwinner konnte nun auch feststellen, dass einer der  3,7 Quadratmeter großen Torflügel über vier Zentner wiegt. An den originalen Beschlägen, wie Ketten, „Spione“ usw. wurde alles wieder verwendet. Nur ein Trageelement zum Einhängen in das Lager musste erneuert werden. „Das Schloss, inklusive Schlüssel, bringen wir auch wieder in Gang“, vermeldet Peter Gwinner.

Nach dem Abschluss der Metallarbeiten wird als nächster Schritt die Oberfläche des Ausfalltores gereinigt. Hinterher muss ein Schutzanstrich, dem originalen der Festungszeit Rastatts nachempfunden, aufgebracht werden. Die Vorstandschaft des Historischen Vereins hofft bald das Ausfalltor wieder an seinen ursprünglichen Platz zwischen Wohngebiet Leopoldfeste und dem Grünzug am Südring postieren zu können.

Text und Bilder: R. Wollenschneider

AUSFALLTOR DER FESTUNG VOR PRÄSENTATION

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                        Projekt „Ausfalltor“ geht in das Finale

 Ein Monate langes Projekt des „Historischen Vereins – Rastatt“ geht seiner Vollendung entgegen. Es handelt sich dabei um ein Ausfalltor der einstigen Bundes- und Reichsfestung Rastatt, welches die Stürme der Jahrzehnte überlebt hat und nun im August/September bei der offiziellen Einweihung seinen zweiten Frühling erleben werden darf.
Unter der Federführung von Dieter Wolf, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Historischen Vereins Rastatt, laufen derzeit die letzten Arbeiten am raren Festungsrelikt, das mit sehr viel Sorgfalt von Peter Gwinner restauriert worden ist. In Zusammenarbeit mit der Stadt Rastatt gelang auch die gebührende Aufstellung des Tors in einem passenden Metallrahmen.
„Was den Anstrich betrifft, erhielten wir wertvolle Anregungen bei unserer Exkursion in Ulm“, merkt Dieter Wolf an. Nach einigen Spekulationen einigte man sich auf ein „Fortifikationsgrau.“ Nachdem Karl Mack und Günter Wolf eine Rostschutzfarbe aufgetragen haben, wird mit dem Pinsel das historisch belegte Grau gestrichen.
Schon jetzt lädt der Historische Verein zum 3. September ein, wenn das traditionelle Festungsfest am Panoramaweg veranstaltet wird. Im Rahmen von Führungen können sich dann die Besucher am Rand des Baugebiets „Ehemalige Leopoldfeste“ davon überzeugen, welcher besondere Öffnungsmechanismus das Ausfalltor aufzuweisen hat. Vormerken kann man auch den 10. September, wenn der Historische Verein zusammen mit dem Zentralen Fundarchiv am Leopoldplatz den „Tag des offenen Denkmals“ mit gestaltet.


Text und Foto: R.Wollenschneider
13.08.2006
 

 ERST ENTHAUPTET
und anschliessend wurde der Kopf zur Abschreckung auf einen Pfahl gespießt
so geschehen am 1. Oktober 1806

                                         Justiz in BadeHeymann Seeligmann 1806_webn und Rastatt vor 200 Jahren
Drastische Strafen des Hofgerichts für Täter
1. Oktober 1806 wurde in Baden(-Baden) der aus Fürth stammende Heymann Seeligmann wegen Mordes enthauptet. Der bis dahin in Rastatt wohnhafte Jude war für die Rastatter Gemeinde als Schächter tätig gewesen und sorgte für das „koschere Fleisch“.

Nach den spärlich vorhandenen Unterlagen hatte Seeligmann den Straßburger Geschäftsmann Emanuel Dreyfuß aus Straßburg, ebenfalls jüdischen Glaubens, in Baden ermordet. Unerbittlich war das „Großherzogliche Badische Hofgericht der Markgrafschaft zu Rastatt.“ Im „Rastatter Wochenblatt“ vom Oktober 1806 ist nachzulesen, dass Seeligmanns Mord „zur Todesstrafe durch das Schwerdt und nachheriger Steckung seines Kopfs auf den Pfahl“ führte. Normalerweise wurden noch bis
zum frühen 19. Jahrhundert die Köpfe von Enthaupteten eine Woche als abschreckendes Beispiel für die Bevölkerung zur Schau gestellt.
Auf die Geschichte des Heymann Seeligmann und mit der Präsentation seines Kopfes entwürdigenden Endes stieß man 1995 durch die Jahrhundertauktion bei Sothebys im Neuen Schloss zu Baden-Baden. Unter den vielen Blättern in der Versteigerung fand sich auch eine Aquatinta-Lithographie des zum Tode verurteilten Seeligmann.
Auf dem Kopf trägt er einen markanten Hut, der deutlich macht, dass jüdische Bewohner als solche deutlich erkennbar sein mussten. Eine gegebene Kleiderordnung war Vorschrift. Seeligmann trägt eine geschmiedete Fuß- und Handfessel aus Eisen. Spärlich ist die auf der erhaltenen Abbildung auch die Ausstattung der Zelle, mit Wasserkrug und Holzpritsche. Allerdings weist ein aufgeschlagenes Buch auf das hohe Bildungsniveau des jüdischen Schächters hin. Was der unbekannte Künstler des Aquatinta-Stichs nach 1806 genial löste war der geradezu um Mitleid bittende Blick des Täters. Steht der Betrachter links, rechts oder in der Mitte, immer trifft ihn der Blick des Todeskandidaten direkt um um Erbarmen bittend.
Schaut man weiterhin in das „Rastatter Wochenblatt“ vom Oktober 1806, so wird die Härte der Justiz damals überdeutlich.
So war eine einfache oder „doppelte körperliche Züchtigung“ für Verurteilte die
Normalität. Das bedeutet, dass Schläge zum Alltag im Gefängnisalltag gehörten. In Ettlingen wurde ein Mann wegen „Misshandlung seiner Ehefrau“ zu 14 Tagen Gefängnis „mit einfacher körperlicher Züchtigung“ verurteilt.
Für Pferdediebstahl gab es 1806 die sechsmonatige Einweisung in ein Arbeitshaus. Interessant ist, dass bereits vor 200 Jahren für zwei Täter, die gegen eine Militärstreife gewaltsam vorgingen, eine Zuchthausstrafe in Bruchsal ausgesprochen wurde. Schlimm dagegen, die badische Justiz ahndete damals sexuelle „Ausflüge“ von Frauen als „Unzucht“ mit harten Strafen; Männer kamen dabei nachlesbar im
„Rastatter Wochenblatt“ viel eleganter und mit weniger Strafmaß davon.

Das Bild: Eine absolute Rarität ist die großformatige Aquatinta-Lithographie eines Rastatter Schächters, der am 1. Oktober 1806 in Baden(-Baden) enthauptet wurde und dessen Kopf hinterher zur Schau gestellt wurde.

Text und Foto: Wollenschneide
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100 Badische Mark zum 1.1.1907

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Baden bestand lange auf eigener Währung

Einen Neujahresgruß der besonderen Art gab es zum 1. Januar 1907 für Rastatt und das Land Baden. Die „Badische Bank“ im Mannheim druckte zum letzten Mal den 100-Mark-Schein während des Kaiserreichs. Es handelt sich um einen grafisch gelungenes Stück in Blau und Weiß. Zwar gibt es hinterher noch badische Geldscheine, gerade in der Inflationszeit 1923, die aber in der Klarheit dieses nostalgische Prachtstück nicht mehr erreichen konnten.

Nach dem Bankgesetz von 1875 verzichteten die meisten der 32 deutschen Ausgabebanken auf den Druck von Banknoten. Neben den Gold- und Silbermünzen der deutschen Länder bis 1918 wollten Bayern, Sachsen, Württemberg und gerade Baden ihre Druckhoheit weiterhin behaupten.
Nach anfänglichen 10- und 50-Guldenscheinen gab es bis zum 1. Januar vor 100 Jahren vier Drucktermine für die Hunderter in Baden. Toll dabei die Formulierung: „Die Badische Bank bezahlt gegen diesen Bankschein hundert Mark in baarem Gelde.“

Bild: Einen Neujahresgruß der besonderen Art gab es vor 100 Jahren auch für Rastatt, als der letzte badische Hunderter im Kaiserreich in Umlauf gesetzt wurde.
Sammlung Wollenschneider      5. Januar 2007
 

Stilvoller Schlusspunkt der ersten Rastatter Kulturnacht unter Mitwirkung des “Historischen Vereins”

Stilvoller Schlusspunkt der ersten Rastatter Kulturnacht nach Mitternacht in der „Erinnerungsstätte“, dem „Freiheitsmuseum“, im Schloss. Hier wurde im Innenhof mit Fackelträgern des „Historischen Vereins“, Stadtrat Roland Walter an der Gitarre und einer Rede von Peter Hank zu der Revolutionsikone Robert Blum

Einmarsch der Fackelträger

Aufmarsch der Fackelträger
(Historischer Verein Rastatt)

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Rede von Rechtsanwalt Grether, gehalten zu Ehren von Robert Blum in Rastatt am 20. November 1848 zitiert von Peter Hank (Mitte).

Der Vorstand des Historischen Vereins besucht den “Goldenen Mann” auf dem Rastatter Schloss

Unter dem GoldMann_web

Endlich beim “Goldenen Mann”  angekommen

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Na ja, so golden ist er nun auch nicht mehr.
Auf dem Bild aus dem Jahre 2001 sieht er noch anders aus.

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Zuerst der Aufstieg

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Das Uhrwerk für die Turmuhr

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Die Treppe zum Uhrwerk und zum “Goldenen Mann”

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Ein ungewöhnlicher Blick in den  Ahnensaal

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Über die Dächer

 In der Rumpelkammer.
Wo kommt dieser alter Leuchter wohl  her?....mehr



WEISSER FLECK IN DER STADTGESCHICHTE GEFÜLLT


Rastatter Frauengeschichten“ im Stadtmuseum
Ausstellung „Mutig – Kantig –Streitbar“ bis 22. April
Der Publikumszuspruch bei der Ausstellungseröffnung „Mutig – Kantig – Streitbar – Rastatter Frauengeschichten“ war überwältigend und brachte die Räumlichkeiten des Stadtmuseums an ihre Grenzen. Die Initiatorinnen Iris Baumgärtner und Petra Heinisch-Hildenbrand konnten sich schon jetzt bestätigt fühlen, über 20 Frauengeschichten mit dem Bezug zu Rastatt ins richtige Licht gesetzt zu haben.
Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März wurde die Kooperationsveranstaltung zwischen dem StadtmuKarolin_Luise_1_webseum und der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Stadt vorgestellt. So wird anhand von knapp 70 Einzelexponaten in Erd- und Untergeschoss zu einer Exkursion durch die Welt von engagierten Frauen in der Stadt an der Murg eingeladen, welche außergewöhnliche Biografien aufweisen können.
Während Monika Fuchs (Querflöte) und Dorothee Neu (Harfe) mit Stücken von Bach und Ravel für den gebührenden musikalischen Rahmen sorgten, ging OB Klaus-Eckhard Walker auf den Hintergrund der „Rastatter Frauengeschichten“ ein. Er bedankte sich neben den „Machern“ auch bei den privaten Leihgebern, dem Badischen Landesmuseum und den Stadtmuseen in Baden-Baden und Bühl. „Die Ausstellung hält mehr als sie verspricht und wird dem 8. März einen höheren Stellenwert geben.“

Nachdem Petra Heinisch-Hildenbrand darauf hingewiesen hatte, dass erst seit 1911 der Frauentag in Deutschland ein Thema ist, führte Iris Baumgärtner in die Ausstellung ein. „Wir haben einen weißen Fleck in der Stadtgeschichte mit Farbe und Konturen gefüllt“, bemerkte sie sichtlich stolz. Bei den „bemerkenswerten und erinnerungswürdigen“ Frauen in Verbindung mit Rastatt spannte die Leiterin des Stadtmuseums den Bogen von Markgräfin Sibylla Augusta bis zu den
Stadträtinnen ab 1971. Hierzu waren Frauen der ersten Stunde im Rastatter Stadtrat nach dem Zweiten Weltkrieg am Donnerstag persönlich anwesend.
Iris Baumgärtner ging dann auf weitere Frauen in der Ausstellung ein, welche in Wort, Bild und passenden Exponaten vor Augen geführt werden können. Es findet sich im Untergeschoss eine Galerie mit Frauenbildern zu den letzten 300 Jahren. Darunter neben adeligen Frauen das beeindruckende Sophie Zabler_1880_1952 _webGemälde mit der kleinen Sophie Zabler (1880-1952).
Eine besondere Würdigung erfahren bei den „Rastatter Frauengeschichten“ unter anderem auch die Rastatter Komponistin und Musikerin Luise Adolpha Le Beau, die Freundin von Bertholt Brecht, Hedda Kuhn, die Pianistin und Musikprofessorin weltweit, Mechthild Hatz, oder auch die Malerin Adolphine Herpp, in beeindruckenden Beispielen ihres Könnens.
Von der Ausstellung erhoffen sich Stadtmuseum und Stadtarchiv noch weitere „Rastatter Frauengeschichten“ von Besuchern zugänglich gemacht zu bekommen.

Text und Foto. R.Wollenschneider     13.03.2007

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Seltsame Neujahrsgrüße 1926/27
Gesprengtes Festungswerk als gutes Omen

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©Friedrichsfeste NeujahrRueckseite_web


Einer der wohl seltsamsten Neujahrsgrüße wurde in Rastatt 1926 bzw. 1927 zum Kauf angeboten. Es handelt sich um eine schmucklose Schwarz-Weiß-Aufnahme mit zunächst nicht definierbarem Bildprospekt. Auf der Rückseite in geschwungener Schrift: „Herzl. Glückwünsche zum Neuen Jahr“.
Warum es zu dieser seltsamen Schrift-Bild-Kombination kam wird sich nicht mehr aufklären lassen. Vielleicht sollte die Ansicht der gesprengten Festungsreste ein gutes Omen für friedlichere Zeiten sein. Nach Recherchen lässt sich feststellen, dass die Neujahrskarte unseren heutigen Festplatz, die Friedrichsfeste, zeigt. Damals war es der Bereich der Bastionen 14, 15 und 16.
Der Kamin im Hintergrund weist auf die Produktionsstätte der „Rastatter Möbelindustrie – Trefzger“ hin. Während inzwischen nichts mehr an Gebäuden auf der Neujahrskarte vor zirka 80 Jahren erhalten ist, schaut in der Mitte des Bildes das Dach eines Hauses hervor. Es handelt sich dabei um das um 1900 erbaute und noch heute vorhandene Mehrfamilienhaus am „Friedrichsring.“ Aufgenommen wurde das Foto von Teophil Siedlecki, der eine ganze Reihe von Bilddokumentationen zur Festung Rastatt und deren Reste hinterlassen hat.

Sammlung R. Wollenschneider
Text R.Wollenschneider

Markgraf Ludwig Wilhelm starb vor 300 Jahren

©Ludwig Eugen Malborough Stich_web

Ein äußerst seltener Stich zeigt den am 4. Januar 1707 verstorbenen Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden zusammen mit Prinz Eugen und dem Herzog von Malborough.

 

SCHLOSSERBAUER HATTE WENIG VON SEINER RESIDENZ

Tod am 4. Januar 1707 um halb neun Uhr abends
Man erinnert sich in der Stadt an der Murg an die gelungene Veranstaltungsreihe im Jahr 2005 zum 350. Geburtstag des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden, genannt der „Türkenlouis“. Nun bietet es sich erneut an, dem Erbauer der Rastatter Barockresidenz zu gedenken.

Am 4. Januar 1707 um halb neun Uhr schloss der Regent und Feldherr in Kriegszügen gegen die Franzosen und Türken für immer seine Augen. Auf 52 Lebensjahre hatte es Ludwig Wilhelm gebracht, wobei die 26 Feldzüge, 25 Belagerungen und 13 offenen Schlachten ihre Spuren hinterlassen hatten. Dabei kam es stets zum Twist zwischen Kriegskunst und der gezeigten Verantwortung für seine badischen Untertanen. In Franziska Sibylla Augusta, seiner jungen Gattin, fand der Markgraf stets wichtige moralische Unterstützung.
Obwohl schon in vielen Schlachten, so 1686 bei Ofen, mehrfach verwundet, sollte der Anfang vom Ende 1704 des „Türkenlouis“ kommen. In der blutigen Schlacht am Schellenberg beim bayrischen Donauwörth siegte Ludwig Wilhelm zwar über die Franzosen, doch er zog sich eine schwere Oberschenkelverletzung zu. Doch obwohl, wie hieß es einmal in einer Biografie, „der Keim des Todes in ihn gelegt wurde“, Ludwig Wilhelm kämpfte noch fast zwei Jahre weiter.
Betreut von den besten Ärzten und dem Kuraufenthalt in Schlangenbad im Taunus, verschlimmerte sich sein Zustand. Andere Symptome weisen zudem heute darauf hin, dass der badische Markgraf durch eine Infektionskrankheit geschwächt wurde. Noch laufen die Recherchen nach dem Sterbezimmer des Ludwig Wilhelm in der Rastatter Barockresidenz.
Es ist vorstellbar, dass er in dem prächtigen „Partamento di Delitia“, dem Schlafzimmer im Südflügel starb. Es handelt sich dabei um einen Raum hin zur Herrenstraße, um einen in seiner Art eindruckvollsten des Rastatter Schlosses. Er soll in diesem Jahr in besondere Führungen einbezogen werden, begünstigt durch die forcierte Kooperation zwischen dem Referat „Staatliche Schlösser und Gärten“ und dem WGM.
Enorm waren dann die Trauerfeierlichkeiten im Januar 1707, über die Rainer Brüning beim Rastatter „Forum Geschichte 2005“ ausführlich berichtete. Die letzte Ruhestätte fand Ludwig Wilhelm in der Baden-Badener Stiftskirche, in der Gruft der Markgrafen zu Baden. Sein Herz allerdings wurde in der Kapelle des Kloster Lichtentals beigesetzt.
Der Sohn des „Türkenlouis“, Ludwig Georg, ließ durch den französischen Bildhauer Baptist Pigalle in der Baden-Badener Stiftskirche ein beeindruckendes Grabmonument errichten. Ein Teilentwurf dazu findet sich an einer Wand der „Erinnerungsstätte“ im Schloss Rastatt.

Sammlung R. Wollenschneider
Text R.Wollenschneider   Februar 2007

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“Partamento di Delita”
Schlafzimmer des Türkenlouis

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Der Rastatter Künstler Hans Jucker schuf im der ehemaligen Kaserne des Regiments „Markgaf Ludwig Wilhelm“ (111er) eine Erinnerungswand an den Namensgeber.

        Neues von der Schlosskirche in Rastatt
                 Historische Abflussrinne wiederentdeckt

  Durch das Gerüst und die Plastikverkleidung ist nicht zu erahnen, welche interessante Welt sich unter dem Aluminiumschutzdach der Rastatter Schlosskirche „Zum Heiligen Kreuz“ auftut. Nach dem Abdecken d©Schlosskirche Gerüst _webes historischen Ziegeldachs wird nun der ganze Umfang der Schäden an der Dachkonstruktion durch die Feuchtigkeit, gerade am Abfluss, deutlich.
Dabei gab es für den Leitenden Baudirektor Godehard Sicheneder von „Vermögen und Bau“, sowie dem Projektleiter in Rastatt, Dominik Dürrschnabel, eine handfeste
Überraschung. Inmitten des Satteldachs hat sich nach der Demontage der Kupferblech-Entwässerungsrinnen die etwa 18 Meter lange, originale Sandsteinrinne (um 1720) wieder angefunden.
Dieser „Fund“ wurde nun fotografiert und wird nach dem Entfernen im Rahmen der Sanierungs- bzw. Sicherungsmaßnahmen wieder an den ursprünglichen Ort verbracht. Allerdings muss die Rinne wieder unter einer modernen Entwässerung mit drei Abläufen, bisher gab es nur einen zentralen, verschwinden. Um die schädlichen Wasserstaus auf dem Schlosskirchendach zukünftig zu vermeiden wird neben einer neuen Rinnenkonstruktion auch ein Überlaufwarner, Wasserschäden an der Decke des barocken Kleinods zu vermeiden helfen.
    Dominik Dürrschnabel kann unter der „Einhausung“ über der Schlosskirche auf handverlesene Firmen aus der Region,©Schlosskirche Zimmermann _web so aus Gernsbach bzw. Rheinstetten, auf Spezialisten aus der Region, bauen. Nur der Zimmermann, welcher in dieser Woche seine Arbeit aufgenommen hat, stammt aus Nürnberg. Farbmarkierungen finden sich im Gebälk, die unter anderem auf Arbeiten am über der Schlosskirche von 1880, 1963, 1986 usw. hinweisen.
„Bei der baulichen Konstruktion des Dachstuhl sind wir voll im Plan und werden wohl bis zum November mit der Sicherung fertig sein,“ merkt der lokale Leiter des Landesprojekts an. Historische, geborgene Ziegel werden dazu nur noch in Teilbereichen wieder eingedeckt. Sonst folgt der Ziegelschutz der Dachfläche durch passende Spezialanfertigungen.
Beim Belassen von großen Teilen der historischen Basiskonstruktion aus dem frühen 18. Jahrhundert und dem Rückbau neuzeitlicher Elemente, wird endlich der Schutz gewährleistet sein, um sich dann
dem Innern des barocken Juwels der Stadt an der Murg konzentriert widmen zu können.

Bild: Nach dem Abdecken des Schlosskirchendaches nimmt sich nun ein Nürnberger Zimmermann (Bild) dem Dachstuhl an, um notwendige Schäden zu beseitigen. Ein „Fund“ ist die historische Abflussrinne aus Sandstein nach 1720, die lange verborgen war.

Text und Fotos: Wollenschneider   15.05.2007

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Berlin hat eine „Kuppenheimer Straße“

Erinnerung an Demokratiebewegung in Baden

Manchmal kommt beim Surfen im Internet das Heimweh auf. So geschehen bei Hans Kälberer, der seit 28 Jahren in Berlin lebt. Er übermittelte dem „Historischen Verein Rastatt“ die nützliche Information, dass im Stadtteil Berlin Schöneberg durch Straßenbenennungen an die Demokratiebewegung in Baden im Jahr 1849 erinnert werde.2 Kuppenheimer Straße_webJPG
Zwar kamen die Badensche-, Bruchsaler, Waghäuseler-, Durlacher-, Karlsruher- und Kuppenheimer Straße durch einen anderen Hintergrund zu Ehren, doch vor einigen Jahren wurde eine demokratische Umwidmung vorgenommen. Ursprünglich sollten die Siege von Kaiser Wilhelm I., verspottet von den Republikanern als „Kartätschenprinz“, glorifiziert werden. Eine Expeditionsarmee des Deutschen Bundes unter preußischer Führung hatte im Juli 1849 den Aufstand der Demokraten in der Pfalz und Baden erstickt.
Der „Rastatter in Berlin“ wies auch darauf hin, dass es in der Hauptstadt keinen „Rastatter Platz“ mehr gibt. Dieser wurde am 26. August 1913 in „Breitenbachplatz“ umbenannt. Nur eine kleines Sträßchen in Berlin-Marzahn (bei Köpenik) trägt noch aus DDR-Zeiten den Rastatter Namen. Hans Kälberer regte dazu an, eine Initiative bei Berliner Bürgermeistern bzw. Stadträten zu starten, um einen Rastatter Platz wieder aufleben zu lassen.
Im Berliner Volkspark Wilmersdorf jedenfalls wird durch eine Hinweistafel, z.B. an der „Kuppenheimer Straße“ daran erinnert, dass die Straßennamen aus dem Badischen nicht nur an preußische Siege sondern auch die Kämpfer für Freiheit und Recht in einer vom Adel dominierten Gesellschaft stehen. Eine Informationsstele im Wilmersdorfer Volkspark gibt weitergehende Informationen dazu.
2 Kuppenheimer Straße_webErinnert wird an die Militärtribunale ab dem Juli 1849 in Baden, bei denen 27 Personen standrechtlich erschossen wurden. Zirka 80 000 Verfolgte, d.h. acht Prozent der Bevölkerung, wanderten aus. Der Berliner Informationstext schließt mit. „Jetzt stehen die Straßennamen für die Niederlage der Demokraten“, also nicht für den Ruhm der Sieger.
Hans Kälberer jedenfalls meinte im Telefongespräch, ein „Rastatter Platz“ wäre angemessen. „Es wird in Berlin so viel gebaut und dauernd neue Straßen und Plätze benannt.“ Zum Erfolg einer möglichen Namensnennung schloss Hans Kälberer optimistisch: „Würde mich freuen, irgendwann bald am Rastatter Platz meinen Capuccino zu trinken.“

Bilder: Im Wilmersdorfer Park in Berlin wird auf Straßen verwiesen, wie die „Kuppen-heimer-Straße“, die an die Revolution 1848/49 in Baden erinnern. Der „Rastatter Platz“ wurde 1913 umbenannt
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Foto: Kälberer (privat) Text R. Wollenschneider   23. April 2007

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Ukrainische Spuren in Rastatt erhalten


15 000 Gefangene im Lager „Pawtati“

Es handelt sich um eine Duplizität der Ereignisse, dass nach Jahren im Abseits, der Aufenthalt von ukrainischen Soldaten in Rastatt zwischen 1915 bis 1918 wieder ins Blickfeld rückt. In einem Gefangenenlager im Bereich des Münchfelds waren damals während des Er© Urainer Ehrenmal Totale _websten Weltkriegs zirka 15 000 ukrainische Gefangene untergebracht, die zuvor als „Blaue Division“ in der russischen Armee gedient hatten.
Während zu dieser markanten Episode in der Rastatter Stadtgeschichte schon lange ein Band mit 60 interessanten Abbildungen mit dem Titel „Ukrainer-Lager Rastatt“ bekannt war, tauchte nun erstmals bewusst Lagerkorrespondenz auf. Nach dem Fund zweier Karten von „Hauptmann des Land-sturms, Alexander Geilsdoerfer, gab es auch eine normierte Lagerpost in „Pawtati“, wie Rastatt in ukrainischer Sprache tituliert wurde. Danach waren dem Vordruck der Vermerk „Kriegsgefangenensendung aus dem Gefangenenlager Rastatt“ in Deutsch und sonstige Angaben in kyrillischer zu entnehmen. Nach Bildbelegen arbeiteten in der Postprüfstelle des UkrainePawtati Ukrainerlager _webrlagers überwiegend Frauen.

Im größten deutschen ukrainischen Kriegsgefangenenlager Rastatt, neben denen in Wetzlar und Salzwedel, gab es zahlreiche Tote. Allein 496 in Rastatt, wobei über 190 auf dem Niederbühler Alliiertenfriedhof und der Rest auf dem Rastatter Stadtfriedhof beerdigt wurden. Bis Mitte der 90er-Jahre, so lange sich der Ukrainer Iwan Karabin um die beiden Rastatter Grabstätten kümmerte, gab es regelmäßig Gedenkfeiern. Ob an Allerheiligen oder am Nationalfeiertag, selbst der ukrainische Botschafter fand nach „Pawtati.“ So im September 1996 Yuri Kostenko, nun als der Führer der Ukrainischen Volkspartei in aller Munde.
Vor einem Jahr tat sich nun die Frage auf, wer für die Instandhaltung der ukrainischen Gedenkstätten in Rastatt zuständig ist. Von städtischer Seite ging man davon aus, d©Urainische Muter u Soldat -webass der „Volksbund der Deutschen Kriegsgräberfürsorge e.V.“ für die Pflege in Frage käme. Aktuell hat das Innenministerium von Baden-Württemberg über das Regierungspräsidium entschieden, dass sich doch die Stadt Rastatt um die ukrainischen Stätten in der Stadt an der Murg kümmern müsse.
Dieter Kleisinger vom „Fachbereich Zentrale Steuerung und Gemeindeorgane“ bestätigte die Bemühungen der Stadt die historischen Gedenkstätten weiter in Ehren zu halten. Sollten am beeindruckenden Ehrenmal auf dem Rastatter Stadtfriedhof mit der „Mutter Ukraine“ und dem Kind in den Armen, flankiert von einem jungen und alten Soldaten, Arbeiten notwendig werden, so nimmt man diese in Angriff.

Auch in Niederbühl, so Dieter Kleisinger, werde es Arbeiten auf dem Alliiertenfriedhof geben, wo neben den Ukrainier auch rumänische, russische andere ehemalige Kriegsgefangene ruhen. Interessant, was Rastatter-ukrainische Parallelen betrifft. Es gab bis zu den stalinistischen Säuberungen in der Ukraine ab dem frühen 19. Jahrhundert ein Auswanderer-„Rastatt“, das heute den Namen „Poriccja“ trägt.

Neben der Stätte auf dem Niederbühler Friedhof hat die Stadt Rastatt die Pflege des ukrainischen Ehrenmals auf dem Stadtfriedhof offiziell übernommen. Dazu ist auch ein bisher unbekannter Lagerpostbeleg aus „Pawtati“ aufgetaucht.

Anmerkung:”Pawtati” ist die kyrillische Schreibweise für Rastatt
( P=R, w=sch, ti entspricht in etwa dem d, also “Raschtad”)

Text und Foto R.Wollenschneider    9. April 2007


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110 Jahre „Bürgerverein Ludwigsvorstadt

Festakt des „Dörflervereins“ am 23. März
Viele wissen gar nicht, dass der „Dörflerverein“ als „Bürgerverein Ludwigvorstadt“ gegründet worden ist. So sehr hat sich der Namen der Vereinigung, eingeprägt. Der älteste unter den neun Bürgervereinen der Stadt an der Murg wird am 23. März in der Aula der August-Renner-Realschule mit einem Festakt sein 110-Jähriges begehen.
Das große Straßenfest-Spektakel zum 100 Jährigen 1997 im Dörfel ist vielen noch in Erinnerung. Manches hat sich dann im letzten Jahrzehnt verändert, worauf in einem zweiten Artikel eingegangen werden soll. Jedenfalls der Stadtteil, begrenzt etwa von Murg und der Kehlerstraße, vom Südring und Schwalbenrain, war lange landwirtschaftlich geprägt.
In den niederen, einstöckigen Häuschen fand sich dann auch mancher Handwerker, Landarbeiter und Tagelöhner.

©1 Josefstraße nach 1930 _web

An kaum einer anderen Stelle wird der Wandel im Dörfel, dessen Bürgerverein am 23. März sein 110- Jähriges begeht, mehr deutlich, als am Ende der Josefstraße. Das Bild zeigt den Abriss der Bastion 30, wo sich später die französische Kaserne Joffre fand.

©1 KriegEbertstraße vor 1914 _web

Schon 1927 zum 30-Jährigen des „Bürgervereins Ludwigvorstadt“, hier Kinder vor „Katzenberger’s Adler“, wussten die Dörfel zu feiern.

©2KriegEbertstraße vor 1914_web

Lange war die Ludwigvorstadt, dessen Bürgerverein am 23. März das 100-Jährige feiert, vom Militär geprägt. Eine sehr seltene Postkarte zeigt das Nebeneinander von Bürgern und Militär in der „Kriegstraße“ vor dem Ersten Weltkrieg.

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©Körnermagazin_web

Ein Beispiel für die Rettung von historischer Bausubstanz im Dörfel ist das Körnermagazin, wo in den letzten Jahren Lofts eingerichtet wurden. Auch ein Grund für den Bürgerverein Ludwigstadt am 23. März sein 110_Jähriges zu begehen.

Text, Repros, Bilder: R.Wollenschneider    9. April 2007

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Vorschulkinder machen Schatzsuche in den unterirdischen Kasematten in Rastatt!


Kasematten_wb
1 Kasematten_web

Aus der Presse



 Die Vorschulkinder des Kindergarten Heilig Kreuz werden auf Grund
 des Bildungsplanes, auf Sprache, Zahlen, Kreativität, Konzentration, Ausdauer und Selbstständigkeit vorbereitet und gefördert. Dies geschieht zum einen in Form eines Vorlesebuches, vielseitige Aktionen und interessante Exkursionen passend zum Buch. Das diesjährige Vorlesebuch ist „Der kleine Drache Kokosnuss und seine Abenteuer“, der in seiner letzten Geschichte eine Höhlenexkursion gemacht hatte.
Aus diesem Grund gingen wir mit den Kindern, passend zu der Geschichte, in die „Rastatter Höhlen“ (Kasematten). Mit viel Spaß und Eifer konnten die Kinder auf spielerische Art und Weise die unterirdischen Gänge entdecken und erkunden. Die Kinder bekamen von uns verschiedene Aufgaben wie z.B. Schlüsselabdruck in der Wand suchen , Bildergalerie durchzählen, Abzählen der Steine eines zugemauerten Fensters, Abmalen eines „versteckten“ Soldaten, bis hin zu einem kleinen Mienenrundgang, den die Kinder mit viel Mut alleine abliefen. Am Ende der Exkursion, nachdem die Kinder die ihnen gestellten Aufgaben mit viel Freude erfüllt hatten, fanden sie in einer dunklen Ecke die 160 Jahre alte Schatztruhe.

Was die Kinder hier erleben konnten, war für sie sehr beeindruckend. Dieses Erlebnis ermöglichten ihnen die Stadt Rastatt, sowie der Historische Verein Rastatt e.V., unter der Führung von Herrn Hauns, der uns an den zwei Tagen mit viel Wissen  begleitete.

Kath. Kindergarten Heilig Kreuz Buchenstraße 5
 

Blick in die Rastatter Schlosskirche
Deckengemälde weiß manche Geschichte zu erzählen
Beleg für die Toleranz unter den Religionen

Augusta Sibylla
Schlosskirche: Decke
Frauengruppe
Decke Schlosskirche
muslimischer Schriftgelehrter mit Brille
Heiliges Tuch

    Leider wird es noch eine Weile dauern, bis das Juwel aus den Jahren 1719 bis 1733, die barocke Rastatter Schlosskirche, wieder zugänglich sein wird. Zum 275. Todestag der Markgräfin Sibylla Augusta im kommenden Jahr keimt allerdings die Hoffnung von Chefkonservatorin Ulrike Grimm, dass Kleingruppen die ehemalige Hofkirche in Augenschein nehmen dürfen.
      Was aber bei den laufenden Sicherungs- und Dokumentationsarbeiten schon bereits jetzt fest steht, ist die neu einzuordnende Bedeutung des Deckengemäldes. Das überdimensionale Gemälde mit dem Thema der „Kreuzauffindung durch die Heilige Helena“ birgt sehr viele Details. Diese zeigen, dass es nicht nur um die Glorifizierung der christlichen Religion geht, vielmehr wurde dem Judentum und dem Islam ein gebührender Platz beim Nebeneinander der Religionen von Rastatts Markgräfin eingeräumt.

Als eine Ansage zum Verständnis der Weltreligionen, schon im 18. Jahrhundert, zeugt das Deckengemälde der Schlosskirche . Darunter ein muslimischer Schriftgelehrter, der sich damals schon mit Brille um die Auslegung einer Schrift kümmert.

Text und Bilder R. Wollenschneider  20.11.2007


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25jahre
2 Artikel aus den BNN vom 29. Mai 2007

Viele Relikte der Vergangenheit gerettet

Historischer Verein Rastatt feierte 25-jähriges Bestehen / Sorge um „Cavalier l"


  Rastatt (rjk). Lokalgeschichte in vielfältiger Weise erlebbar machen und die Rastatter Festungsanlagen vor dem Verfall bewahren - das ist seit einem Vierteljahrhundert das Anliegen des Historischen Vereins Rastatt. Mit einem Festakt feierte er am Samstagabend in der voll besetzten Sala Terrena des Rastatter Schlosses sein 25-jähriges Bestehen, blickte dabei auf sein erfolgreiches Wirken zurück und bescherte den Gästen einen kurzweiligen, informativen Abend. Ganz so, wie es Vereins Vorsitzender Karl-Josef Fritz bei der Begrüßung versprochen hatte.
  Am©1 Totale HistVer K_J_Fritz 1_web 19. Mai 1982 hoben zwölf Mitglieder der von Klaus Wolf gegründeten „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Festungsanlage Rastatt" im Gasthaus „Zum Grünen Haus" am Grün den „Historischen Verein - Festung und Garnison Rastatt" aus der Taufe und begannen damit, den Dornröschenschlaf der alten Festungsgemäuer zu beenden. Seit 25 Jahren bereitet der inzwischen 137 Mitglieder zählende „Historische Verein Rastatt", wie er sich seit 1991 nennt, „mit viel Herzblut Stadtgeschichte spannend und unkompliziert auf, macht er Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes ,be-greifbar' und hält sie im Bewusstsein der Bürger lebendig", würdigte Oberbürgermeister Klaus-Eckhard Walker „die großen Verdienste des Vereins". Das Stadtoberhaupt lobte die gute Zusammenarbeit mit Archiv und Stadtmuseum und wünschte den „Spürnasen" weiterhin viel Erfolg - „auch wenn den Denkmalschützern angst und bange wird, wenn sie mal wieder unterwegs sind".
  Indem er Geschichte praktisch vermittle, trage der Verein zu einem anderen, Identität stiftenden Geschichtsverständnis bei, erklärte Landtagsabgeordneter Gunter Kaufmann (SPD), der auf die Auszeichnung des Vereins mit dem August-Hatz-Preis 2004 und die Verleihung des Bürgerpreises des Lande©3 MdL Kaufmann Fritz Bild 3_webs für „eine vorbildliche kommunale Bürgeraktion" im Jahr 2005 durch Ministerpräsident Günther Oettinger in Stuttgart hinwies. „Sie sind die Erben jener Bürger, die damals den Aufstand wagten. Sie kämpfen durch ihre Arbeit für Freiheit und Demokratie, indem Sie die Festung vor dem Verfall bewahren und daraus einen einzigartigen Erlebnisraum machen", betonte der Leiter der Erinnerungsstätte, Dr. Henning Pahl.
  Wie viele Relikte der Vergangenheit die aktiven Mitglieder in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden gerettet und gepflegt haben und wie breit die Palette der Aufgaben ist, „die sie mit Tatkraft und Freude bewältigen" - das erfuhren die Gäste aus der Festrede von Geschäftsführer Dieter Wolf. In seiner Rückschau unter dem Motto „Wir sind gerade aus dem Gröbsten raus" zeigte er auf, „welch mühevoller Weg gegangen wurde, um den Verein zu dem zu machen, was er heute ist eine feste Größe im Rastatter Vereinsleben".
  Voller Eifer habe man sich ab 1982 auf das Festungswerk „Cavalier l" an der Militärstraße gestürzt. N©5 Ehrungen Verdiente Mitglieder 1_webach einer „hausgemachten Vereinskrise" begann 1985 unter dem Vorsitz von Dr. Hans-Joachim Wohl und dessen Stellvertreter Karl-Josef Fritz eine neue Ära mit wieder steigenden Mitgliederzahlen. 1988 fand der erste Historische Stammtisch statt, 1991 wurde der Vereinsname geändert, „weil man erkannte, dass die Restaurierung der Festungsreste nicht die ausschließliche Hauptaufgabe sein konnte", erläuterte Wolf. Gleichwohl spielen die Arbeitseinsätze in der „Rastatter Unterwelt" nebst Vorträgen, Ausstellungen, Führungen, Foren, Stammtischen oder den Exkursionen in Städte und Gemeinden mit ähnlicher Festungsvergangenheit noch heute eine wichtige Rolle: 2002 wurde die Bastion 27 am Hilberthof restauriert, 2003 begann der Verein mit seinen beliebten Sonntagsführungen durch die Kasematten, 2005 widmete er sich der Contreescarpegalerie am Südring. In absehbarer Zeit wolle man sich um das in der Odenwaldstraße entdeckte unterirdische Festungsteil „Lünette 34" kümmern. Im Mittelpunkt stehe in diesem Jahr die Restaurierung eines Westwallbunkers an der Kehler Straße, „der bei Führungen zugänglich gemacht werden soll", so Wolf.
  ©5 Ehrungen Verdiente Mitglieder 2_webEinziger Wermutstropfen sei die noch nicht gesicherte Zukunft des „Cavalier l". OB Walkerteilte mit, dass die Festungsanlage erhalten werden soll. „Das wird mehr als eine halbe Million Euro kosten." Die Firma Weisenburger wolle die Anlage sichern. Noch im Juli werde dem Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung das Ergebnis eines Gutachtens mitgeteilt, sagte er.
  Unter dem Motto „Wie die Zeit vergeht" ließen Rainer Wollenschneider und Thomas Eck in einem Lichtbildvortrag die vergangenen 25 Jahre im Zeitraffer Revue passieren, wobei sie einen Eindruck von den Aktionen, Projekten und Exkursionen des Vereins vermittelten. Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Gesangverein Liederkranz-Appolonia unter der Leitung von Rudolf Peter mit Liedern wie „Die Gedanken sind frei", „Am Brunnen vor dem Tore" oder dem Badnerlied.

Fotos R. Wollenschneider  26.5.2007


0 Ehrung Kraft Totale 1_web
EINE VIELZAHL VON MITGLIEDERN wurde bei dem Festakt
zum 25-jährigen Bestehen des Historischen Vereins Rastatt ausgezeichnet Foto: Kraft

 

Aktive stets Motiviert”

Ehrennadeln für Karl- Josef Fritz und Rainer Wollenschneider

Rastatt (rjk). Anlässlich des Festakts zum 25-jährigen Bestehen des Historischen Vereins Rastatt im Rastatter Schloss sind auch zahlreiche langjährige Mitglieder geehrt worden. Oberbürgermeister Klaus-Eckhard Walker verlieh Karl-Josef Fritz und Rainer Wollenschneider überdies die Ehrennadel der Stadt Rastatt in Silber.
  Mit PräsenteEhrung K.-J.Fritzn bedacht wurden die beiden Gründungsmitglieder des Vereins, Wolf gang Krieg und Heinz Friedrich sowie Gerhard Hoff mann und Friedrich Hauns, die dem Verein ebenfalls seit vielen Jahren die Treue halten. Über kleine Geschenke freuen durften sich bei der Aktivenehrung auch Günther Kemmlein, Eberhard Huber, Thomas Milkowsky, Peter Hauns, Manfred Möhrmann, Wolfgang Göbel, Thomas Eck, Klaus Schiwek, Günter Wolf, Wolf gang Knapp, Gerhard Schuster und Karl Mack. Für seine vorbildliche Archivierungsarbeit geehrt wurde Dr. Marco Müller.
  Bei der anschließenden Verleihung der Stadteherennadeln machte Oberbürgermeister Klaus-Eckhard Walker deutlich, dass diese Würdigung für Verdienste um die Stadt Rastatt als Dankeschön und Motivation zum Weitermachen gedacht sei. „Sie wird Bürgern zuteil, die an verantwortlicher Stelle etwas für die Gemeinschaft und die Stadt tun." Dem amtierenden Vereinsvorsitzenden Karl-Josef Fritz, seit 1985 entweder erster oder zweiter Vorsitzender 'des Historischen Vereins, seien die steigenden Mitgliederzahlen zu  Ehrung Wollenschneiderverdanken sowie die stetige Motivation der Aktiven, erklärte Walker.
  Rainer Wollenschneider - von 1990 bis heute Pressewart und Marketingverantwortlicher, sowie 2000 bis 2004 stellvertretender Vorsitzender - habe sich durch Ausstellungen, Vorträge, Führungen und als Autor historischer Publikationen um den Verein verdient gemacht. „Neben weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten im Förderverein Erinnerungsstätte oder im Ruderclub ist er stets Ansprechpartner für die Stadt, wenn es darum geht, die Revolu-tions- und Festungsgeschichte öffentlichkeitswirksam darzustellen", betonte Walker, der vor allem Wollenschneiders überdurchschnittliches Engagement bei der stadtgeschichtlichen Ausarbeitung der Zeitgeschehnisse zu den Feierlichkeiten „150-jährige Niederschlagung der Badischen Revolution in Rastatt" lobte. Er habe sich in besonderem Maße für die Historie der Stadt Rastatt eingesetzt und als Autor, Co-Autor und Fotograf an städtischen Publikationen mitgewirkt. „Vieles wäre ohne sein Engagement nicht möglich gewesen", unterstrich Walker.

Schösser_und_gärtenDas Amt - Staatl. Schlösser und Gärten
stellte dem Historischen Verein Rastatt freundlicherweise die Sala Terrena für die 25 Jahrfeier kostenlos zur Verfügung.
Herzlichen Dank.

Mittwoch, 12. Oktober 2011.

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