AUGUST HATZ-Peis 2004
Archiv 3

Petrus und der Schlüsselabdruck in den Rastatter Kasematten

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Foto: R. Schulz


Ein Heimatforscher namens Gunther Barnet aus Wurmannsquick, einem kleinen Ort östlich von München, beschäftigte sich wochenlang mit der Kirche des Örtchens, in deren Mauerwerk ein Schlüsselabdruck gefunden worden ist. Bei seinen Recherchen stieß er auf die Internetseite des Historischen Vereins von Rastatt, auf der in den Kasematten der ehemaligen Bundesfestung von Rastatt auch solch ein Schlüsselabdruck gezeigt wird. Zunächst erscheint es ein Zufall oder ein Spaß zu sein, dass Ziegelbrenner einen Schlüsselabdruck verewigten. Für „zivile“ oder militärische Bauwerke mag das einen Sinn ergeben. Für ein Kirchengebäude im streng gläubigen Niederbayern ist diese Erklärung aber doch sehr fraglich.
 Des Rätsels Lösung: Herr Gunther Barnet fand heraus, dass der Heilige Petrus Schutzpatron der Ziegelbrenner ist. Dieser hat als Symbol einen Schlüssel. Deshalb hat mancher Handwerker dieser Zunft seine  Brennchargen auf diese Weise unter den Schutz seines Patrons gestellt.
Die Niederbayrische Kirche ist 1876 gebaut worden, die Kasematten der Bundesfestung Rastatt etwa 30 Jahre früher.

Text: G. Schuster   26.11.08

Kirche in Wurmannsquick_web

Die Kirche in Wurmannsquick

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Schlüsselabdruck an der Kirche

Fotos: Gunter Barnet pr.

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Saarländischer Westwallbunker eingeweiht.

Mitglieder des Vorstandes reisten am Sonntag, dem 01.06.2008, nach Dillingen-Pachten, um der offiziellen Eröffnung des Westwallmuseums „Bunker 20“  beizuwohnen.
Der vom -Verein „Projekt WESTWALL“ Dillingen/Saar- um Johannes Draeger und Jean-Marie Theobald in jahrelanger Arbeit wieder hergerichtete „Regelbau 114b SK“, wurde aufwändig mit reichlich Originalinventar ausgestattet und vorgestellt.
    Der für 12 Mann Besatzung in den Jahren 1939/40 erbaute Regelbau 114b wurde als Sonderkonstruktion mit einem Eingangstreppenhaus ausgeführt, das 6 Meter in die Tiefe führt, wo der eigentliche Eingangsbereich des Bauwerkes beginnt.  
 
    Da seit längerer Zeit infolge der Restaurierungsarbeiten im Rastatter „Regelbau 10“  Kontakte in’s Saarland bestanden, war es nicht verwunderlich, dass man bis in den 51 Tonnen schwere 6-Schartenturm aufsteigen durfte um einen Eindruck von der Mächtigkeit dieser Anlage zu empfinden. 

Nach Besichtigung und Übergabe einer Aufnahme vom „Rastatter Bunker„ mit entsprechender Widmung blieb anschließend noch genügend Zeit für Fachgespräche ehe man frisch gestärkt mit landesüblichen „Schwenker“ und Erfrischungsgetränken den Heimweg nach Rastatt antrat.

Weitere Informationen über das Westwallmuseum „Bunker 20“ Dillingen/Saar entnehmen Sie der Homepage des Vereins www.Bunker20.net
 

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Der Aufstieg in die Panzerkuppel erfolgte über Steigeisen und eine fest eingebaute Leiter

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Charlie Fritz und Thomas Eck im mit einem
MG34 bestückten Schartenturm

Ausblick aus der Kuppel

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Der 6-Scharten-Panzerturm (20P7)

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Hintere Reihe: Charlie Fritz, Peter Hauns, Thomas Eck, Gerhard Schuster und Dieter Wolf (Hist-Ver-Rastatt)
Vorne: Johannes Draeger und Jean-Marie Theobald (Verein „Projekt Westwall“ Dillingen/Saar)

Bericht: Thomas Eck
Aufnahmen: Historischer Verein Rastatt 17.06.2008

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Neues zu den Rastatter Salutkanonen „Carl und Rudolf”

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  Eben geriet man ins Staunen, als nach 100 Jahren der Lotteriegewinn beim „Glückshafen“ des Artilleriebundes in der Privatbrauerei Franz durch Mitglieder des Historischen Vereins eingelöst werden konnte. (Wir berichteten) schon gibt es neue Erkenntnisse zur Stadtgeschichte, die dem Blättern von Alexander Walz von der Chemischen Reinigung Wunsch zu verdanken sind.
Alexander Walz fand ein Schreiben von Schlossermeister Karl Walz aus der Rappenstraße, das er in den 70ern an das damalige „Heimatmuseum“ gerichtet hatte. Dabei ging der Mann mit dem „ Herz für Rastatt“ auf die Geschichte der beiden noch heute erhaltenen Geschütze des Artilleriebundes im Stadtmuseum ein. Sollten diese Ausführungen zutreffen, so hätte der Rastatter Spitzengastronom Rudolf Katzenberger geirrt, als er sich 1993 zu einer Aufnahme des Buches „Rastatt in alten Ansichten“ geäußert hatte.
Karl Walz erwähnt, dass die beiden Geschütze des Artilleriebundes „Carl und Rudolf“ zwischen 1900 und 1900 vom Oberingenieur Karl Lipps der Waggonfabrik konstruiert wurden. Das Bronzematerial stammte aus „Beutegut“ des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71. Die beiden Geschütze hätten den Namen von den Stiftern, dem Zigarrenfabrikant Rudolf Katzenberger und , man höre, dem Brauereibesitzer Carl Franz erhalten, welcher tragisch bei einer Gemsenjagd ums Leben kam. Spitzengastronom Rudolf Katzenberger hatte den Namen „Karl“ auf Karl Walz bezogen.
Die beiden Kanonen, die sich heute im Stadtmuseum befinden, wurden zum Salutschießen bei Feierlichkeiten des Artilleriebundes eingesetzt, sowie bei besonderen Feierlichkeiten ehemaliger Angehöriger des Zweiten Badischen Feldartille-rie-Regiments Nr. 30. Schlossermeister Karl Walz war quasi der Geschützmeister, welcher die Kanonen für das entsprechende Schießen vorbereitet hatte.
Erhalten ist eine seltene Fotografie, entstanden im Kriegsjahr 1916. Damals diente Karl Walz bei der lokalen Ersatz-Abteilung des Feldartillerie-Regiments 30 im Dörfel. Belegbar waren die Geschütze des Artilleriebundes noch an den Regimentstagen der 30er vom 19. Bis 21. Mai 1934 in Funktion. Als damals das Denkmal gegenüber des heutigen Kaufhauses Schneider eingeweiht wurde, feuerte man so manchen Salut ab.
Weiter berichtet Karl Walz. „Dieses Geschütz wurde auch bei Beerdigungen eingesetzt. Ich selbst wurde in der Nähe des Grabes postiert. Beim Sarg-Herablassen winkte ich meinem Vater mit einem Taschentuch. Für mich war es immer eine helle Freude, wenn die Teilnehmer am Grabe zusammenzuckten und erschraken.“
Die Kanone „Carl“ wurde 1945 von den französischen Besatzungstruppen beschlagnahmt, überdauerte aber trotzdem die Jahre und wartet bei einem festlichen Anlass der Stadt an der Murg, nochmals aktiviert zu werden.

Bild: 1916 entstand diese seltene Fotografie zum Rastatter Artilleriebund. Links Konstukteur Karl Lipps und in Uniform in der Mitte, Schmiedemeister Karl Walz beim Schießen am Rand des Dörfels.

Repro und Text: R. Wollenschneider
30.12.2008

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Erinnerungen an das „Resi-Lichtspiel-Theater Rastatt“
Nur ein Brunnen erinnert noch an den Filmtempel

So Resi Brunnen beim Stadtfriedhofmancher kennt den Brunnen ohne Wasserlauf im maurischen Stil vor der Aussegnungshalle des Rastatter Stadtfriedhofs. Doch, dass dieser das letzte Überbleibsel des im Februar 1940 eingeweihten „Resi-Lichtspiel-Theaters Rastatt“ ist, welches nach 1991 dem Parkhaus des Kaufhauses Schneider in der Bahnhofstraße weichen musste, das wissen nur Eingeweihte. Ein Fund von Kurt Pottiez, mit seinem Herz für das historische Rastatt, konnte mehr Licht ins Dunkel des Kinos und Theaters bringen, wofür man auch im Stadtarchiv dankbar war.
Der Brunnen war ein Element im Gesamt-ensemble des Karlsruher Architekten Hermann Loesch, der das vom Betreiber Emil Hüllen titulierte, „Schönste Lichtspiel-Theater unserer engeren Heimat“ schuf. Die Eröffnungsschrift belegt, dass in Vor-Fernseh- und Computerzeiten das Kino einen gewichtigen Teil im kulturellen Leben der Bevölkerung einnahm. Dieses nicht zuletzt, weil man im laufenden Zweiten Weltkrieg einmal Botschaften des NS-Regimes verTittelblattmitteln, dann wieder die heile Welt zaubern wollte. So zeugen Filme zum Auftakt, wie „Jud Süß“, „Achtung! Feind hört mit“, „Das Gewehr über“ bzw. „Der Opernball“, „Stern von Rio“, „Die Geier-Wally“ usw. von dieser Philosophie.
Das „Neue Resi“ befand sich in der Nachfolge des alten „RESIdenztheaters“, welches als Kinomatographisches Theater am 29. April 1911 die Pforten geöffnet hatte. Dann gab es Überlegungen, die Baulücke zwischen der damaligen Bäckerei Zoller und dem Gasthaus „Zur Laterne“ mit einem Neubau zu schließen. Der Musentem-pel an der späteren Adolf-Hitler-Straße geriet imposant und war neben Filmaufführungen auch für sonstige Aufführungen geeignet. In der monströsen Eingangshalle befand sich der besagte Brunnen, flankiert von zwei Monumentalplastiken, „Der Minnesänger“ und „Die Filmkunst“, welche der Karlsruher Bildhauer August Meyerhu-ber nebst „Stukko“-Reliefs im Theaterraum geschaffen hatte.
Das Resi-Lichtspieltheater verfügte über 839 Plätze, gestaffelt in drittem-, zweiten- und erstem Platz, Sperrsitz, Loge und Balkon. Dieses um, so die aufgefundene Festschrift, „…Volksgenossen Wissenswertes, ernstes und heiteres Erleben, sowie Neues aus aller Welt“ zu bieten. Dazu hatte man von den ursprünglich 300 Plätzen des alten RESI‘ die Frequenz fast verdreifacht. Hintergrund war auchInnenplan, was das monumentale Äußere betraf, dass der nationalsozialistisch gesinnte Bürgermeister Dr. Hein eine „Repräsentations-Straße Rastatts“ kreieren wollte, worauf die aufwändige RESI-Schrift hinweist.
Was beim verschwundenen RESI, wie es kurz die Rastatter nannten, überrascht, sind die „Feuerlösch- und technische Anlage“. Man legte damals schon Wert auf postierte Hydranten und Feuerlöscher. Eine Art Klimaanlage mit dem Absaugen der Luft fand sich ebenfalls, wie: „Bei Überhitzung der Vorführungsmaschinen oder Entzündung des kleinsten Filmbrandes schließen sich sofort sämtliche Fallklappen, sodaß eine Übertragung des Filmbrandes unmöglich ist.“ Allerdings, auch an „mehrere größere Luftschutzräume, von der Halle aus zugänglich, mit Notausgängen auf die Straße“, hatte man wohl an Kommendes gedacht.
Zwar ist das RESI nicht mehr, doch durch den Fund von Kurt Pottiez konnte so manches belegt und geklärt werden, was ein verschwundenes Stück Kulturgeschichte der Stadt Rastatt betrifft.


Text und Foto: Wollenschneider


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Robert Matthäi – Bildhauer, Maler und Architekt
Ein Mann hinterließ Spuren in Rastatt

Wenn im Rastatter Stadtteil Ludwigsvorstadt, dem Dörfel, der Name „Matthäi“ gBild 1 Robert Matthäi enannt wird, da weiß so mancher eine Geschichte dazu zu erzählen. Der 1887 in Görzig im damaligen Herzogtum Anhalt Geborene und im Januar 1956 Verstorbene, hat in der Stadt an der Murg Spuren hinterlassen. Das, was der studierte Architekt, Bildhauer, Maler, Kunstschreiner und Schriftsteller (Pseudonym „Robima“) hinterlassen hat, das wäre bestimmt einmal eine Ausstellung und öffentliche Dokumentation wert.
Wie es den Robert Matthäi nach Rastatt verschlagen hat, eventuell durch den Militärdienst in der Rastatter Garnison, wird im Dunkeln bleiben. Fest steht, dass das Multitalent sein Herz an die Rastatterin Bertha Kreszensia Kühn verloren hatte, die er 1915 heiratete. Schon hier können Enkelin Petra Kirst und Großneffe Alexander Walz etwas vorzeigen, das etwas Besonderes ist.
Kurz nach der Heirat im Ersten Weltkrieg folgte die Einberufung zum Militär und der Westfeldzug. Petra Kirst hat dazu mehrere faszinierende Skizzenbücher aufbewahrt. Neben dem Kriegsdienst sammelte der Künstler Matthäi Impressionen, die er enorm fein und detailliert, beispielsweise von Kirchen, festhielt. Matthäi hatte dann sein Atelier und Wohnhaus in der Flößerstraße 1, das 1986 bzw. 1999 abgerissen wurde.
Was Robert Matthäi, der zunächst „Junge Wilde“ und hinterher Mann mit krausem BBild 2 Robert Matthäi der Junge Wildeart und wallendem Haarbusch in Rastatt kreierte, das war enorm. So findet sich noch heute vieles in der Dörflerkirche, Herz Jesu. Matthäi schuf das Altarkreuz mit den flankierenden Figuren von Maria und Johannes, den geschnitzten Kreuzweg, den Holzdeckel des Taufbeckens und das Prozessionskreuz. Der Künstler selbst wurde von Kirchenmaler Joseph Wagenbrenner im Deckenbild festgehalten, als Schnitter mit einer Sense. Auch das beeindruckende Kruzifix in der Ausseg-nungshalle des Rastatter Stadtfriedhofs entstand unter dem Beitel des Dörfler Künstlers. Dazu sind in der Sammlung der Petra Kirst Fotos vorhanden, wie Matthäi sich an den Armen gebunden „kreuzigen“ und fotografieren ließ, um das Spiel der Muskeln und Adern originalgetreu einzu-fangen.
Robert Matthäi schuf zahlreiche, künstle-risch enorm wertvolle Grabdenkmäler auf dem Rastatter Stadtfriedhof, aber auch viele geschnitzte Hinweisschilder im Stadtbild, so für die Firma Papier-Wöhrle, Gummi Reeb oder Katzenberger’s Adler, entstanden in der Werkstatt Matthäis. Ein „Schatz“ der besonderen Art sind die im einstigen „Bürgerkeller“ in der unteren Bahnhofstraße hinterlassenen Schnitzereien. Sie dokumentierten den Markgraf Ludwig Wilhelm, den „Türkenouis“, und zeigten karikierende Gestalten im Eingang zur Kegelbahn.
Ganze Wohnungseinrichtungen bis hin zu Kerzenhaltern und geschnitzten Uhrengehäusen schuf der Matthäi oder auch Lampenhalter  in Rastatter Gasthäusern, wie dem „Matthäi vor dem HausLöwen“. Aber auch über Rastatts Grenzen war Robert Matthäi aktiv. So schuf er beispielsweise 1955 eine Brunnenfigur in Bermersbach, wirkte bei der Kulisse der Ötigheimer Volksschauspiele mit oder restaurierte auch in Schloss Favorite. Der Mann aus dem Dörfel ließ es sich dabei nicht nehmen, auch einmal im Bett der Markgräfin Augusta Sibylla zu schlafen.
Viel, viel mehr Geschichten gäbe es zu dem Dörfler Künstler berichten. Vielleicht gibt es doch bald eine Hommage für den Matthäi aus der Flößerstraße?

Bild: Flößerstraße. Repro. von Günther Kemmlein


Text R.Wollenschneider
Bild 1 u.2 : Repros von Originalen des Robert Matthäi.
15.6.2009

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Impressionen vom Stadtfest

925 Jahre Rastatt

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Rastatt feiert: Der 925. Stadtgeburtstag und der 160. Jahrestag der Niederschlagungder Badischen Revolution am 23. Juli 1849 geben derehemaligen Festungsstadt den Anlass für ein dreitägiges historisches Fest. Gestern Abend ist dasSpektakel vor der Kulisse der Barockresidenz eröffnet worden.  Foto: Collet aus den BNN

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DAS STADTFEST ist eröffnet: Markgraf Ludwig Wilhelm Karl Josef Fritz) übergibt an seinen Nachfahren im Amte, Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (Bildmitte), den Hirsauer Codex.
 Foto: Collet aus den BNN

    Spielzehnen aus der Revolution 1849/49 in Rastatt

Fotos: T.Eck

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1849. Vereidigung der Badischen Soldaten auf die “SCHWARZ-ROT-GOLDENE” Fahne

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Gedenken an die 1849 standrechtlich erschossenen Freiheitskämpfer

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Alle haben Durst.

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Revolutionärin

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Badische Soldaten dargestellt vom Historischen Verein Rastatt.

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Badische Soldaten mit Revolutionären

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23. Juli 1849 Ende der Revolution. Die Insurgentenbesatzung von Rastatt ist entwaffnet

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Revolutionärin (Flintenweib) mit einem Badischen Soldaten

Neujahrsempfang 2009 in der Badner Halle.

Aus den BNN

MITGLIEDER DES HISTORISCHEN VEREINS sorgten beim Neujahrsempfang mit der Übergabe der Urkunde der Rastatter Ersterwähnung vor rund 925 Jahren für den offiziellen Beginn des Rastatter Jubiläumsjahres. Foto: Collet

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 Farbenfroher Höhepunkt des Neujahrsempfangs war dann die symbolische Übergabe der Ersterwähnungs-Urkunde durch Mitglieder des Historischen Vereins an Pütsch zum offiziellen Auftakt des 925. Stadtjubiläums.
   Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrs- empfang von der Big Band des Tulla-Gymnasi- ums unter der Leitung von Martin Remmler.
  Für einen abgerundeten Speisezettel sorgten türkische, italienische, kroatische und russische Köstlichkeiten, sowie Spezialitäten aus dem afroamerikanischen Raum und der Ausschank der Trachtengruppe Plittersdorf.

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Warten im Foyer
Gruppe Historischer Verein
Biedermeier Dame

 Biedermeier - Dame

Der Markgraf

Der Markgraf

Der Zeromonienmeister

Die Ordonanz

Fotos
R.Wollenschneider


Souvenir eines österreichischen Offiziers kehrt zurück

Bild anklicken um Ausschnitt zu sehen

„Rastatter Tuch“ im Kreisarchiv deponiert

Weidende Kühe wurden durch Offiziere ausgetauscht
BRastatter Tuch Walter LK 1_webekannt ist aus dem 19. Jahrhundert, dass Erinnerungstücher beliebt waren. So das „Hambacher Tuch“ zu den demokratisch-revolutionären Ereignissen von 1832 im Ort bei Neustadt in der Pfalz. Doch nun kann Kreisarchivar Martin Walter voller Stolz auch ein „Rastatter Tuch“ in seinem Bestand vermelden. Aus dem Familienbesitz einer österreichischen Adelsfamilie kehrte das vom Zahn der Zeit angenagte Paradestück wieder in die Stadt an der Murg zurück.
Gustav Eckhardt von Eckhardsburg war als Oberst im Kommandostab der Österreicher in der Bundesfestung Rastatt um 1850 aktiv. Ob als Einzelanfertigung, aber auch als in kleiner Auflage angefertigtes Souvenir, erwarb er ein quadratisches Tuch mit Rastatter Stadtansichten. Eckhardts Urenkelin aus der Nähe von Graz konnte nach langen Diskussionen im Familienkreis die Rarität erster Güte nach einem Vorkontakt, Archivar Martin Walter übersenden.
Dieser packte den in einer Rolle übersandten „Schatz“ aus und war sich rasch der Bedeutung für Rastatt klar. Zwar handelt es sich in Manchem um eine „textile Ruine“, doch eine gleich konsultierte Restauratorin ist sehr zuversichtlich. Es gibt zwar Fehlstellen im Gewebe, oder mit rotem Faden wurde der Textildruck auf einem ebenfalls historischen Handtuch Rastatter Tuch Totale Ausschn 4_weblaienmäßig fixiert, doch einer Restaurierung zum Urzustand steht nichts im Wege.
    Vorlage für den Fund, nach seiner Datierung um 1850, ist die ebenfalls rare Color-Lithographie, „Rastatt als Festung von der Südseite“. Die Darstellung zeigt auf rotem Grund die Ansichten des Kehler Tors, der Gromerschen Brauerei, des Schlosses, der Einsiedelner Kapelle, des St. Alexius-Brunnens, des St.Bernhardus-Brunnens, der Stadtkirche und des Lyzeums, gefertigt vom Zeichner Stumpf. Lithographiert und gedruckt wurde die Vorlage für das „Rastatter Tuch“ bei Creuzbauer in Karlsruhe, wobei alles im Verlag Anton Jung in Rastatt verlegt wurde.
Für die textile Rarität zu lokalen Stadtansichten wurde ein anderer Künstler gewonnen, was die fehlende Klarheit und Ausführung der Motive betrifft. So ist die Ansicht der Stadtkirche gestaucht und unrealistisch. Dafür wurden an die Stelle von weidenden Kühen vor den Festungswällen bei der zentralen Stadtansicht, ein reitender Preuße mit Pickelhaube und sichRastatter Tuch Totale Ausschn 2_web drei österreichische, plaudernde Offiziere eingefügt.
Jetzt hofft der Kreisarchivar auf weitere Informationen zu dem „von Eckhardsburg“, das ihm das österreichische Staatsarchiv, nach Anfrage von Unterlagen im „Kriegsarchiv“ liefern könnte.


Text und Fotos: Wollenschneider
21:54 28.09.2007


 


 

Aus den BNN vom 25. April 2009

Nachfahren des einstigen Festungskommandeurs Gustav Eckard von Eckardsburg übergeben einen Schatz ihrer Familie an Kreisarchivar Martin Walter

Rastatter Tuch Ubergabe
Ansichten von Rastatt zeigt das Erinnerungstuch aus den 1886oer Jahren. Christa Schwinger (rechts)ihr Mann Albrecht Schwinger (Zweiter von links) und Liselotte Huusmann (Zweite von rechts) überreichen es Kreisarchivar Martin Walter (Mitte) und Dieter Wolf vom Historischen Verein.
Foto: Vetter

Rastatter Tuch für
die Ewigkeit
gerettet


Rastatt (sl) - Das „Rastatter Tuch", ein Souvenir aus Rastatts Festungs- zeit und laut Kreisarchivar Martin Walter eine textile Rarität, ist für die Ewigkeit gerettet. Die Textilrestaurotarin Diane Lanz hat es in mühevoller Kleinarbeit von Wasserflecken und Klebstoffresten befreit, Löcher und Brüche repariert und Falten geglättet.





Jetzt folgte die offizielle Übergabe des Tuchs durch Nachfahren seines einstigen Besitzers, des österreichischen Festungskommandeurs Gustav Eckard von Eckardsburg, an das Kreisarchiv im neuen Landratsamt. Gut eineinhalb Jahre ist es her, da meldete sich Christa Schwinger aus der Nähe von Graz bei Martin Walter per E-Mail und berichtete von einem besonderen Schatz ihrer Familie. „Zunächst konnte ich damit wenig anfangen", erzählt die Österreicherin, die gestern gemeinsam mit ihrem Mann Albrecht Schwinger und ihrer Verwand-ten Liselotte Huusmann im Kreisarchiv zu Besuch war. Die beiden Frauen sind Ururenke-linnen des Festungsoffiziers, der einst in Rastatt wirkte. Das Er-innerungsstück aus Baumwolle ruhte gut eingewickelt auf dem Dachboden. „Bei jedem Umzug ist es mir in die Hände gefallen, meine Tochter kam dann auf die Idee, es nach Rastatt zu schicken."
Das Tuch muss aus der Zeit um 1864 stammen. Damals nahm der Militär Eckard von Eckardsburg seinen Abschied von Rastatt, und wie viele Sol-daten verstaute er ein Erinne-rungsstück an seine Festungs-zeit in seinem Reisegepäck. Das Tuch zeigt Ansichten von Sehenswürdigkeiten der Barock-stadt, die heute - mit Ausnahmeder Festungswälle - alle noch stehen. Zu sehen sind Darstel-lungen der Residenz, des Schlosses Favorite, der Stadt-kirche St. Alexander, des Kehler Tors, des Lyzeums, der Einsiedelner Kapelle, des Bernhardus- und des St.Alexius-Brunnens. Zeittypisches Colorit erhält die zentrale Ansicht der Festungsstadt durch drei Soldaten in österreichischer Uniform und einen berittenen Preußen mit Pickelhaube.
 Ob das Tuch einen Verwen-dungszweck über den reinen Souvenircharakter hinaus hatte und wofür es in den vergange-nen 145 Jahren benutzt wurde, ist unklar. Weder Martin Walter noch Restauratorin Lanz, die auch eine detaillierte Dokumentation ihrer Arbeit erstellt hat, kennen bisher Vergleichsstücke. Die Darstellungen auf dem Tuch indes haben eine bereits bekannte Lithografie mit Rastatt-Ansichten zum Vorbild.
Für die Nachfahren des einstigen Festungskommandeurs ist es der erste Besuch in Rastatt. Noch bis morgen wollen sie in der einstigen Wirkungsstätte ihres Ahnen bleiben und auf den Spuren des Ururgroßvaters wandeln. Natürlich steht auch eine Besichtigung der Festungskasematten durch den Historischen Verein auf dem Programm. Das Tuch wird laut Walter nun unter optimalen Bedingungen im Kreisarchiv „für die Ewigkeit" bewahrt. Gelegentlich könnte es öffentlich bei Ausstellungen gezeigt werden.

BT 25.4.09


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Erinnerungen an französische Kriegsgefangene 1870/71



20 000 Franzosen im Barackenlager „Zay“

Französiche Gefangene 1870 /71

Als im September 1870 die Straßburger Garnison kapitulierte, sollte die Gefangenschaft der Franzosen in Rastatt mit zirka 15 000, dann 20 000 Mann, folgen. Erinnerungen an das große Gefangenenlager in der Stadt an der Murg, anlässlich des Deutsch-Französischen Krieges, werden nun wieder wach, wenn am Freitag, 30. Juli, um 17.00 Uhr die Ausstellung, „Von Kaiser zu Kaiser“, eröffnet wird.
Dabei wird im Wehrgeschichtlichen Museum (WGM) im Südflügel der Barockresidenz manch Interessantes präsentiert, was demonstrieren kann, wie sich das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen um 180  Grad gewendet hat. WGM-Leiter, Dr. Alexander Jordan, wird in einer Vitrine auch drei Originalfotografien von 1871 präsentieren, die zu den ältesten Momentaufnahmen Rastatts gezählt werden können
 
   Portraits von Militärs sind mehrfach nach 1865 belegbar, Aktionsfotografie aber äußerst rar. Die drei Momentaufnahmen aus dem französischen Gefangenenlager im Zay verfügen noch über die Originalrahmen und wurden viele Jahrzehnte in „Katzenberger’s Adler“ (heute: „Da Franco“) im Dörfel gezeigt. Fotograf Heinecke lieferte packende Momentaufnahmen. Einmal ist es die Gesamtansicht des Barackenlagers jenseits der heutigen Straße „Zum Hasenwäldele“. Dabei war die Anlage von einem Postengraben umzogen, der von Pickelhauben tragenden Soldaten bewacht wurde.
Erinnerungen an die authentischen Schilderungen des französischen „Kapitän zur See“, Bergasse du Petit-Thouars, werden wach, wenn man in die Gesichter der gefangenen Franzosen blickt. Der französische Offizier hatte bereits 1872 einen Bericht mit der Überschrift, „Bericht über die französischen Gefangenen in Rastatt“, veröffentlicht. Er schildert dabei, dass auch mancher Soldat aus den Kolonien in Afrika sich unter den Verteidigern von Straßburg befunden hatte.
   So belegen die im WGM gezeigten frühen Dokumente der Fotografie zum französischen Gefangenenlager am Rand von Rastatt, dass neben extrem Dunkelhäutigen, sich auch mancher Turban belegen lässt. Allerdings, vielleicht auch aus Propagandazwecken, schien es den französischen Gefangenen in Rastatt nicht schlecht gegangen zu sein. Da findet sich ein Fässchen Bier, aus dem gezapft wird, oder mancher zieht an seiner Tabakspfeife.
   Für das Rastatt im Kaiserreich nach 1871 scheint das Gefangenenlager mit den zahlreichen exotischen Insassen eine Sensation gewesen zu sein. So ließ es sich hinterher der lokale Starfotograf August Escher nicht nehmen, noch lange Reproduktionen seiner Kollegen unter seinem Namen als Postkarten zu verkaufen.
Während sich auch im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 im Bereich der Zeughausstraße ein großes französisches Gefange-nenlager in Rastatt befand, das ebenso dokumentiert werden kann, so erinnert auf dem Stadtfriedhof eine große, steinerne Gedenktafel an die Verstorbenen des Lagers von 1870/71. Bis zum 31. Oktober werden die seltenen Aufnahmen in der Sonderausstellung des WGM zu betrachten sein.

Bild: Seltene Aufnahmen, wohl die frühesten „Aktionsfotografien“ Rastatts, zum französischen Gefangenenlager von 1870/71 sind in der WGM-Ausstellung „Von Kaiser zu Kaiser“ zu sehen, die am 30. Juli eröffnet wird.
Französische Gefangene 1870/71

Bild und Foto: Wollenschneider
21.07.2010

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Historischer Verein besucht Lünette 42

Der Historische Verein Rastatt folgte am Montag, 31. August einer Einladung zur Besichtigung der noch erhaltenen und restaurierten Lünette 42 der Bundesfestung Rastatt am Röttererberg. Herr Held, Leiter des Familienzentrums und Mehrgenerationenhauses in der Franz-Philipp-Straße, ließ die Geschichte des Gebäudes und insbesondere seine verschiedenen Verwendungszwecke vor den Augen der Zuhörer ablaufen. Die Lünette 42 gehörte zu den insgesamt 48 Außenwerken, die der Bundesfestung vorgelagert waren.
In der Sprache der FesHerr Held erläutert den Werdegangtungsbaumeister wurden diese Gebäude Lunette genannt, errichtet auf dem Grundriss einer Mondsichel (vgl. lat. luna, frz. lune = Mond bzw. lunette = kleiner Mond).  
Das ursprünglich für militärische Zwecke errichtete Bauwerk wurde nach Aufhebung der Festung im Jahr 1890 bis in die 1950er Jahre sowohl gewerblich wie privat genutzt: vom Friedenspulver- magazin über Hühnerzucht bis zum Fabrikations- und Lagerraum.  Mit dem Eintrag ins Denkmalbuch wurde die Lunette 42 im Oktober 1957 unter Denkmalschutz gestellt.
Weitere 25 Jahre später wurde das komplett restaurierte Gebäude im August 1982 seiner Bestimmung als „Musikschule und kulturelle Bildungsstätte für Behinderte“ übergeben. Im Laufe der Jahre und über verschiedene Etappen entwickelte sich die Einrichtung zum heutigen Familienzentrum und MehDie Lünette 42 heutergenerationenhaus.
Neben ihren ursprünglichen musik-kulturellen Angeboten beschäftigen sich die Mitarbeiter der Einrichtung mit Kindern, bei denen sehr früh schon Entwicklungsverzögerungen oder Beeinträchtigungen festgestellt werden, mit Eltern denen die Erziehung schwer fällt, mit Ausländerkindern, die zwischen
 den Kulturen und Sprachen eingeschlossen sind, aber  auch mit Erwachsenen, denen noch ein Leben auf höherer Lebensqualität ermöglicht werden kann. Eingesetzt werden entsprechend hochwertige Fachleute wie Pädagogen und Therapeuten aller Spezialgebiete. Träger der Einrichtung ist die Reha-Südwest für Behinderte gemeinnützige GmbH mit Sitz in Karlsruhe.
Natürlich kam die Besichtigung des Der noch vorhandene SchlusssteinGebäudes nicht zu kurz. Herr Held zeigte den Hobbyhistorikern jeden Winkel der Lünette und wies auf besondere architektonische Lösungen hin, die in dem denkmalgeschützten Bauwerk erforderlich waren. Eine in den Kopien der alten Bauzeichnungen vorhandene Kellertreppe konnte nicht gefunden werden und einige Fensterstürze ließen Fragen offen. Die Architektur des begrünten Daches fand weltweit Anerkennung und wurde im Rahmen eines Kongresses ausgezeichnet. Als Leckerbissen steht noch eine Originalfestungspumpe vor der Schule, die mittels bunter Fahnen auf sich aufmerksam macht.





 


Zu den Bildern:
1 Herr Held erläutert den Werdegang des Bauwerks,
2 die Lünette heute
3 Der Schlussstein 1858
Text Gerhard Schuster,
Fotos Gerhard Schuster, Reiner.Schulz
11.10.2009
 

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Historischer Verein Rastatt stellt „Regelbau 10“ vor

Großes Publikumsinteresse schon zum Auftakt

Seit dem vergan4 Erstbegehung Regelbau 10 5_webgenen Wochenende  ist Rastatt um einen historischen Anziehungspunkt für die Öffentlichkeit reicher. An der Kehler Straße in Richtung Iffezheim wurde mit sehr viel Mühe der einzig erhalten Westwallbunker Baden-Württemberg von Typ „Regelbau 10“ zugänglich gemacht (Wir berichteten). Die offizielle Einweihungsfeier mit zahlreichen Ehrengästen verdeutlichte, dass es sich bei dem Bauwerk von 1938 um ein Mahnmahl an die Opfer des Zweiten Weltkriegs handelt und die Sinnlosigkeit militärischer Planungen vor Augen geführt werden kann.
Der Geschäftsführer des Historischen Vereins, Dieter Wolf, dankte noch einmal der „Bundesanstalt für Immobilien“, dass man das Gelände zur Nutzung zur Verfügung gestellt habe. Es werde bei der geplanten Renaturierung des ehemaligen Geländes der Kaserne Türkenlouis ein wichtiges Element sein. Wolf dankte auch zahlreichen Sponsoren, darunter dem Heimatverein Lichtenau und der Rastatter Bürgerstiftung, ohne die das Projekt hätte nicht so rasch realisiert werden können. „Mein besonderer Dank geht an die Leute, die über ihre Knochenarbeit für ein einmaliges Ergebnis gesorgt haben“, betonte Dieter Wolf.
Nach den Worten des Geschäftsführers handle es sich bei dem „Regelbau 10“ um ein Baudenkmal, einen ungeliebten Zeugen der Vergangenheit, den manche gerne vergessen würden. Doch hier könne auch eine „perverse Varianten des Krieges“ verdeutlicht werden. Besondere Mühe gab man sich 1938 beim Schutz vor möglichen Gasangriffen, wie im Ersten Weltkrieg geschehen. Außerdem sei trotz der meterdicken Betonwände durch die Konstruktion beim Nahkampf das Schicksal der Besatzung schnell besiegelt gewesen. Wolf schloss: „Dieses ist der Zeuge einer schrecklichen Zeit, ein Mahnmal für den Frieden.“
Friedrich Wein von der „Arbeitsgemeinschaft Westwalltag“ ging auf den Denkmalschutz der noch vorhandenen Bunker ein. Momentan seien vier weitere Bauwerke, obwohl sie ein Denkmal und auch Biotop darstellten gefährdet. Für dEinVollesZelt_weberen Erhaltung wird sich auch der anwesende Bundestagsabgeordnete Peter Götz stark machen. Nach dem Projektleiter Thomas Eck, stellvertretend Gerhard Schuster, Peter Hauns und Karl Schweizer für ihre Arbeit dankte, ergriff Patrice Wijnands das Wort.
Der ehrenamtliche Beauftragte des Landes Baden-Württemberg für den Westwall lieferte beeindruckend den Kontext zur Bedeutung des Mahnmals „Regelbau 10“. „Diese Befestigung am Rhein war eine Fortsetzung der Politik“, fügte Wijnands an. Überhastet und fehlerhaft sei nach 1938 von der „Organisation Todd“ mit 10000 Bunkern die Grenze gegenüber Frankreich zugepflastert worden. Darum sei der Rastatter Westwallbunker auch der Zeuge eines Europas im Frieden, bei dem sich gerade die Einstellung gegenüber Frankreich zum Positiven gewandelt hat.
Bei der offiziellen Erstbegehung des „Regelbau 10“ führte Thomas Eck unter anderem die beiden Rastatter Beigeord-neten, Landtagsabgeordneten Wolfgang Jägel, den Bundestagsabgeordneten Peter Götz und Kreisarchivar Martin Walter. Groß war dann das Interesse der Bevölkerung an den angebotenen Führungen.
Zukünftig sind jeden dritten Sonntag im Mai, Juli und September zwischen 10 und 16 Uhr Führungen.
....mehr

 Text und Fotos: R.Wollenschneider


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Besucheransturm

24. Mai 2009

Foto:T.Eck

Foto:R.Schulz

Thomas Eck erläutert der SWR-Reporterin
den Schitpott (Hochdeutsch: “Scheißkübel”

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Lotteriegewinn nach 100 Jahren eingelöst

Rastatter gewann 1908 im „Glückshafen“

Das Lotteriegewinn Artilleriebund 1908_webgibt es wirklich nicht alle Tage! Ein von einem Mitglied des Historischen Vereins in einem Nachlass entdeckter Lotteriegewinn wurde nach fast genau 100 Jahren eingelöst. Am 5. Dezember 1908 hatte ein Ungenannter im titulierten „Glückshafen“ des lokalen Artilleriebundes ein „Fässchen Bier von acht Liter“ gewonnen. Allerdings wurde der Preis nicht abgeholt, vielmehr der äußerst seltene lithographierte Briefbogen mit dem Rastatter Stadtwappen und dem Hinweis auf die heutige Privatbrauerei Franz zu den Akten gelegt.
Als Geschäftsführer Reinhold Fiedler von dem außergewöhnlichen Fund hörte, war er mehr als erstaunt. Doch für den Chef der traditionsbewussten Brauerei in der Stadt an der Murg war es keine Frage, den ungewöhnlichen Gewinn einzulösen. Dazu waren Mitglieder des Historischen Vereins in den Schalander der Brauerei Franz gekommen, um den Transfer nach einem Jahrhundert zu erleben. Großzügig wurden die acht Liter Gerstensaft von 1908 auf 30 Liter „mit drei Prozent Zinsen“, so Reinhold Fiedler, aufgestockt.
Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Karl-Josef Fritz, und Geschäftsführer Dieter Wolf waren dabei, als die Recherchen zu dem Jahrhundert-Lotterie-Bon offengelegt wurden. Nach den vorgetragenen Ausführungen basiert der Lotteriegewinn, das konnte auch Stadtarchivar Wolfgang Reiß bestätigen, auf dem St. Barbarafest des lokalen Artilleriebundes vom 5. Dezember 1905 in der Gastwirtschaft „Zur Linde“.
Neben den anderen Militärvereinen in Rastatt gab es vor 100 Jahren den „Deutschen Flottenverein“, den „Militärverein“, den „Verein der ehemaligen Lützower“, sowie den Veteranenverein. Der „Artilleriebund“, welcher am 5. Dezember 1908, einen Tag nach dem Barbaratag, der Schutzheiligen der Artilleristen, die Lotterie mit Tanzvergnügen veranstaltete, war nach 1900 gegründet worden. Vorsitzender war 1908 der Adlerwirt Rudolf Katzenberger, sein Stellvertreter der GroKaGe-Karnevalspräsident Karl Feger und der Kassier, Brauereidirektor Karl Franz.
Der elitäre Rastatter Verein, zu dessen Vereinsspitze auch der Textilkaufmann Karl Frick gehörte, hatte sich zwei gebrauchsfähige Geschütze für Übungen konstruieren lassen. Dazu „schuf“ der Chefingenieur der Waggonfabrik Lipps zwei Kanonen mit Rohren und Lafetten, welche den Namen „Rudolf“ (Katzenberger) und „Karl“ (Walz) nach den Stiftern trugen. Beide Kanonen haben sich erhalten und sind heute im Rastatter Stadtmuseum zu sehen.
Was die Lotterie vor 100 Jahren betrifft, so war sie der Heiligen Barbara zu verdanken. Der Schutzheiligen dankten die Artilleristen stets für ihren Schutz vor Schießunfällen.
Bild: Karl-Josef Fritz und Dieter Wolf vom Historischen Verein konnten beim Geschäftsführer der Privatbrauerei Franz, Reinhold Fiedler, (von links) einen Lotteriegewinn einlösen, der beim Barbarafest vor 100 Jahren am 5. Dezember 1908 gewonnen worden war.
Text u.Foto: Wollenschneider
30.12.2008

Mittwoch, 12. Oktober 2011.

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