AUGUST HATZ-Peis 2004
Bahnhofstrasse
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Den enormen Wandel in Rastatts Bahnhofstraße macht eine Ansichtspostkarte im Vergleich zu heute deutlich, welche von hier 1909 nach Lengries abgesandt wurde.

Manchmal gerät der Sammler nur ins Staunen, welche ein städtebaulicher Wandel sich in knapp 100 Jahren in Rastatt vollzogen hat. Dieses gerade beim Betrachten einer weitgehend unbekannten, kürzlich aufgetauchten Ansichtspostkarte der Bahnhofstraße vor 1909.
Eine absolute Rarität darauf, auf der linken Straßenseite, die Ablichtung des zweistöckigen ehemaligen Artilleriedepots. Dort, wo aktuell im Bereich des ehemaligen französischen Offizierscasinos ein moderne Wohnlage entsteht, hatten sich bis 1918 militärische Kommandobehörden einquartiert. Dann um 1935 bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg befand sich dort am Rand des Schlossparks das Wehrbereichskommando.

Wie sehr der Zweite Weltkrieg vor etwa 60 Jahren in Rastatt gewütet hatte, belegt ein weiteres Betrachten der raren Postkarte. Im Vordergrund rechts ist eine Toreinfahrt zu erkennen, die im Bereich des heutigen Miederhauses Walz liegt. Dort befand sich das Areal der Rastatter Herdfabrik „Stierlen & Vetter.“ Daneben das wuchtige Gebäude des Kaufmanns Zwiebelhofer. Hier fand sich auch das „Wiener Café“, das bis zur Zerstörung 1945 den Namen „Café Post“ trug.

Im Bereich des heutigen Schneider-Parkhauses ist nach 1905 das „Militäreffektengeschäft“ mit dem Namen von Albert Hilbert zu erkennen. Toll war dessen Angebot von „deutsch-englischen Nouveaules“, „Feuerwehr Requisiten“, „Herrengarderobe nach Maass“ bis hin zu Uniformen für die Angehörigen der Rastatter Garnison.
Auf der Postkarte auch erkennbar, die historische Gaststätte „Zur Laterne“. Sie wurde 1967 abgerissen und lange fand sich dort die Schneider-Imbissbude mit einem Parkplatz dahinter. Während auf der Postkarte vom damaligen Verkehrsaufkommen nur ein Pferdefuhrwerk zu erkennen ist, taucht links hinter der Baumreihe die längst verschwundene Schlossgartenkaserne und rechts der Hilberthof auf.

Text: R.Wollenschneider
Bilder: Sammlung R.Wollenschneider

Mittwoch, 12. Oktober 2011.

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