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Im Jahr 1710 ließ im dama ligen Schlackenwerth, heute das tschechische Ostrov und Partnerstadt Rastatts, Markgräfin Franziska Sibylla Augusta die "Kapelle der Jungfrau Maria Einsiedeln " errichten. Dieses als Dank dafür, dass der spätere Markgraf Ludwig Georg nach einer Wallfahrt ins Schweizer Maria Einsiedeln nach sechs Jahren seine Sprache gefunden hatte. Auch in Rastatt findet sich quasi spiegelgleich eine Einsiedelner Kapelle unweit der Badner Halle. Dieses ist ein Beleg für die historisch gewachsene Partnerschaft zwischen dem böhmischen Schlackenwerth, heute Ostrov, und dem badischen Rastatt. Nach dem schlimmen Zwischenspiel einer tschechischen, militärischen Transporteinheit bis 1994 waren das ehemalige Piaristenkloster, die St. Florian-Kapelle und die Einsiedelner Kapelle dem Verfall Preis gegeben. Einer Initiative des Rastatter Oberbürgemeisters Franz Rothenbiller ist es dann zu verdanken, dass finanzielle Mittel aus Rastatt flossen, das barocke Kleinod zu retten. Im Jahr 2002 war es dann soweit, dass stilecht die Einweihung stattfinden konnte. Im Herbst 2003 findet man in Ostrov, zwischen Karlsbad und dem deutschen Oberwiesenthal gelegen, ein Bauwerk vor, das dem Rastatter Pendant die Schau stehlen kann. Die 32 St ufen einer imposanten Treppe führen zu dem schmucken Bauwerk mit rotem Anstrich, dem Ursprung nachempfunden. Auch die Rastatter Einsiedelner Kapelle hatte diesen Anstrich, wie auch die Buntheit des badisch-sächsischen Allianzwappens über dem Eingang. Hat ein Wachmann das Tor aufgeschlossen, kommt man im Innern der Ostrover Einsiedelner Kapelle zum Staunen.
Zwar fehlen momentan noch die Kirchenbänke, dafür erstrahlt eine bemalte Madonna mit Jesuskind hinter einem kunstvoll geschmiedeten Gitter. Elf l ustige Putten mit sehenswerten Gesichtern umrahmen im goldenen Strahlenkranz die Madonna, wie in Rastatt dem Original im schweizerischen Wallfahrtsort nachempfunden. Dabei ist die Wirkung durch das viele Gold beeindruckender als die der Holzstatue in Rastatt. Auch in der Nachbarschaft der Einsiedelner Kapelle Ostrovsrührtsich was.So sind Arbeiten angelaufen, die flankierende St.Florian - Kapelle zueiner Gedenkstätte gegen Gewalt umzubauen. Außerdem werden momentan im ehemaligen Piaristenkloster 37 Wohnungen, Lofts vergleichbar, eingerichtet. Der Ostrover Bürgermeister Jan Bureš will die Wohnungen bis Ende 2004 bezugsfertig haben. Zum Ensemble im Innern gehören der ehemalige, erhaltene Kreuzgang, sowie Fresken und die originalen Kreuzgewölbe.Text und Bilder: R. Wollenschneider 16.11.2003
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800 Jahre Patenstadt Schlackenwerth/Böhmen?
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Rastatter Spuren in Tschechien konserviert. Eine Seltene Postkarte verweist auf deutsche Wurzeln. Da staunt der Sammler, als er zu Rastatts Patenstadt Schlackenwerth und Partnerstadt Ostrov in der Tschechischen Republik eine Postkarte zugespielt bekommt, die mit der Überschrift: „Treudeutscher Gruss aus Schlackenwerth“ verse hen ist. Ein kämpferischer Germane mit Schwert hält das Schild hoch, auf dem die Farben Schwarz- Rot - Gold aufgebracht worden sind. Dieses verwundert schon, denn die Briefmarke mit Kaiser Franz-Joseph zu fünf Hellern belegt, dass man sich vor 1914 im Bereich der rot-weiß-roten K.u.K.-Monarchie Österreichs befand. Die Postkarte, mit dem Blick vom fürstlichen Tiergarten aus gesehen, zeigt neben dem altertümlichen Germanen die Türme der Schlackenwerther Kirchen, des markgräflichen Schlosses, des markanten Rathauses und dem Erzgebirge als Prospekt. Forscht man weiter zum Hintergrund der plakativen Postkarte um 1900, da findet sich das Jahr 1207. Dieses ist der älteste Beleg in einer Urkunde des Klosters Osseg in Böhmen, welche mit der Unterschrift von König Przemysel Ottokar I. versehen ist, für die Existenz Rastatts Patenstadt seit 1969 und der Patenschaft mit Ostrov/CSR (1991). Wenn auch Rastatter Spuren im heutigen Ostrov (www.ostrov.cz) im Internet mit Bildern zur Einsiedelner Kapelle, dem Favorite-Parkschloss usw. unverkennbar sind, so muss die 800-jährige Jubiläumsfeier Ostrovs mit einem Fragezeichen versehen werden. Im Jahr 1923 erschien dazu die enorm exakt recherchierte „Geschichte der Stadt Schlackenwerth“ des Lehrers Josef Kühnl. Der spätere Ehrenbürger der tschechischen Stadt am Flüsschen Wistritz bezweifelte die Echtheit der Urkunde von 1207. Allerdings wird mit der „unechten“ Urkunde trotzdem belegt, dass Schlackenwerth vor 800 Jahren schon vorhanden war. Immerhin bietet das Jahr 2007 mit dem „Jubiläum“ Schlacken werth/Ostrovs eine Möglichkeit, die Paten- und Partnerschafts beziehungen zum EU-Partner in Tschechien neu zu beleben. Der Markgraf Ludwig Wilhelm, der Türkenlouis, und seine Gattin Augusta Franziska Sibylla würden die tschechisch-böhmischen Parallelen doch sicher mit einem fürstlich wohlwollendem Auge bedenken.
Bild und Text R.Wollenschneider 24.02.2007
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2007 Premiere mit “Historischem Verein” in Ostrov
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Beispielhafte Rettung von Monumenten in europäischen Dimensionen Noch nie, wie seit Anfang diesen Oktobers, ist Rastatts Partnerstadt Ostrov in Böhmen der Stadt an der Murg so nah gewesen. Mit sehr viel Prominenz wurde am ersten Oktober die Einweihung des „Heiligen Bezirks“ festlich begangen. Eine kleine Delegation des „Historischen Vereins Rastatt“, in Kooperation mit dem „Ruder-Club Rastatt“, stellte das erste deutsche Besucherkontingent dar, welches sich von dem entstandenen touristischen Schatz mit so vielen Bezügen zur einstigen Barockresidenz in Baden einen eindrucksvollen Augenschein verschaffen konnte.
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Das wieder restaurierte Piaristenkloster
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Bei der Begrüssung der stadtgeschichtlich Interessierten aus Rastatt wies der Ostrover Bürgermeister Jan Bures auf den finanziellen Hintergrund der seit Jahren laufenden Aktion zur Rettung historischer Bausubstanz hin. Trotz des hinterher bevorstehenden Besuches des tschechischen Industrieministers an diesem Tag liess Bures es sich nicht nehmen, für die Badener präsent zu sein. Fünf Millionen Euro seinen in das Projekt zur Rettung des „Heiligen Bezirks“ mit Einsiedelner Kapelle, dem Mausoleum der Sachsen-Lauenburger, der Floriani-Kapelle, dem großen Piaristenkloster und der Wiederherstellung beeindruckender Parkanlagen eingeflossen. „Wir empfinden dieses barocke Erbe als Geschenk“, fügte Jan Bures an und betonte die Parallelen zu Rastatt. 40 Jahre war das Klosterareal im Besitz des Militärs, gewesen, bis Ostrov selbst die Verantwortung für die historischen Bauten übernehmen konnte. „Gott sei Dank gibt es Fotografien welche den schlechten Zustand der Bauten vor der Restaurierung dokumentieren können“, betonte der Ostrover Bürgermeister zum Geleisteten.
Bilder und Text: Rainer Wollenschneider 23.10.2007
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Vor und nach der Restaurierung. “ Welch ein Unterschied ”
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2009 Besuch in Rastatts tschechischer Partnerstadt Ostrov Erfreuliche Fortgang der Arbeiten an den historischen Bauwerken
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Am „Weißen Schloss“ laufen die Arbeiten
Nachdem „Hansem Jürgenem Pütschem“, wie das Rastatter Stadtoberhaupt im Internet auf der Website Ostrovs tituliert wird, die tschechische Partnerstadt am Fuß e des Erzgebirges am 26. Oktober besucht hatte, waren auch kurz hinterher 57 Schüler der August-Renner-Realschule Rastatt mit vier Begleitpersonen präsent. Man konnte sich erfreulicherweise vom Fortgang der Arbeiten an den historischen Bauwerken überzeugen, die im ehemaligen Schlackenwerth und heutigen Ostrov, zwischen Karlsbad und dem deutschen Oberwiesenthal, im Gange sind. Man hat wirklich viel zu bieten, was touristische Anziehungspunkte betrifft. Dieses konnte auch Milan Mate-jka, der stellvertretende Bürgermeister Ostrovs bei der Begrüßung der Rastatter Schüler untermauern.
Wie schon der Schlosspark mit dem Lustschloss in seinen geordneten Dimensionen überzeugt, kann das piaristische Klosterareal mit manchem Verweis in der Totalen, oder auch im Detail mit Bezügen zu Rastatt, Kulturinteressierte wirklich fesseln. Text und Fotos: R.Wollenschneider 26.10.2009
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Floriani Kapelle
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